Donnerstag, 24. Dezember 2009





„Oh du fröhliche, oh du selige, gnaden bringende Weinachtszeit....“, 25°Grad, Sonne, blauer Himmel, nur ein kühles Lüftchen aus der Antarktis lässt einem ein Hauch von Weihnachten. Sie geben sich Mühe. Tannen, als Weihnachtsbäume verkleidet, Plastik Schneemänner und tausende von Santa Clause Mützen. Weihnachten in der Sonne.

Dabei hat es uns für 4 Tage in „die wohl englischste Stadt“ (Lonely Planet Reiseführer) Neuseelands verschlagen. Christchurch. Mit ca. 340 000 Einwohners ist sie auch die größte der Südinsel. Viele „alte“ Steingebäude, Kirchen und Parks geben einem wirklich das Gefühl in England zu sein. Dabei hat es doch seinen eigenen Charme.

Jeder der Herr der Ringe gesehen hat und sich dabei noch an die Reiter von Rohan mit ihrer Festung von Helms Klamm erinnern kann, der hat eine sehr gute Vorstellung davon, wie es um Christchurch in etwa aussieht. So werden hier auch etliche „Herr der Ringe Filmdrehorttouren (das Wort wollte ich immer schon mal schreiben)“ angeboten.

Nachdem wir unsere Reise in Picton begonnen haben, weiter an der Ostküste nach Kaikoura gefahren sind und nun bis Donnerstag in Christchurch bleiben, geht es anschließend ab in die Berge. Mt. Cook (3750m) und die southern Alps warten.

Unser Tag sieht immer sehr entspannt aus. Meistens spielen wir bis spät in die Nacht Karten und stehen daher auch nie vor 10 auf. Dann geht es meist auf Erkundungstour und nach einem Mittagspäuschen kommt Teil 2 davon, bevor wir auch schon wieder essen.

Allerdings erleben wir selbstverständlich auch kulturell einiges. So besuchen wir Museen, lernen Einheimische kennen, unternehmen Wanderungen oder geben uns den Fish and Chips hin.

Ein Highlight der letzten Tage war mit Sicherheit ein kleiner Imbissstand im Herzen Christchurchs. Dort wurden Bratwürste, Leberkäs’ und Sauerkraut verkauft und das ganze mit Brezeln. So hat sich ein Deutscher dort niedergelassen und hat seit 20 Jahren eine Metzgerei in Nelson. Von Ungarischer Salami über polnische Wurst, bis hin zu Schwarzwälder Schinken gab es alles, was das „Anti“vegetarische Herz begehrt. Und zum ersten Mal seit langem kam auch ein kleines Heimatgefühl auf, als noch eine Mutter mit ihren 4 Kindern dort einkaufte und wir praktisch zu acht um den Stand rum standen und einfach deutsch miteinander geredet haben. Es klingt vielleicht komisch aber man lernt einiges schätzen, sobald man in der Ferne ist. Und eines davon ist mit Sicherheit das Essen.

Heute morgen ging es auf zum Mt. Cook. Schon die Fahrt alleine ist es wert. Etwa 5 Stunden dauerte die Reise von Christchurch zum Fuße der southern Alps.

Dabei sind alle kitschigen Postkarten zu vergessen beim Anblick eines türkisblauen Schmelzwassersees, der einen Schnee bedeckten Mt. Cook auf seiner Wasseroberfläche spiegelt. Klingt ziemlich gut, ne?

Dabei denkt man an jeder Ecke, man erkennt Herr der Ringe Schauplätze und tatsächlich verstecken sich hier so einige. Wer den Schwenk über die Gebirge am Anfang der Triologie kennt, der sieht den Mt. Cook oder die Festung von Helms Klamm. All diese wunderschönen Plätze sind hier auf der Südinsel zu finden.

Ungewohnt ist auch die Einsamkeit. Oftmals fährt man eine ganze Weile, bis einem ein Auto entgegen kommt oder man fährt über Straßen, vorbei an Schluchten oder Gebirgen, wo man sich sicher ist, dass man keine Panne haben möchte.

Nach einer kleinen Mondwanderung (siehe Bilder) und einem Besuch beim Mt. Cook Glacier, ging es an das Weihnachtsmahl. Bei einer Lachsfarm haben wir uns heute zum besonderen Anlass etwas Lachs gekauft und mit Genuss verschlungen (meint, dass es gut war^^). Auch die Bescherung hat nicht gefehlt. Schließlich hab ich endlich mal wieder was neues zu lesen (Dan Browns – „The Lost Symbol“), ein lang ersehntes Notizbuch, ein neues Tagebuch und einen Stadtführer für San Fransisco, wo ich nächstes Jahr auf dem Rückflug Halt machen werde. Und dafür geht es für Vici und mich auch noch nach Australien im April.

Wie ihr seht, geht es uns richtig gut hier unten. Auch wenn es ungewohnte Weihnachten sind und wir euch sehr vermissen alle zusammen.

Wir wünschen euch einen gaaaaaaaanz schönen, gesegneten und friedlichen Heiligen Abend und zwei schöne Feiertage. Offiziell wird hier Weihnachten erst morgen gefeiert aber da bleiben wir Europäer. Wir denken an Euch J

P.S.: Auf Grund von mangelnder Internetverbindung kann ich leider nicht oft in den Blog schreiben aber gebe mir selbstverständlich Mühe ihn auf dem neuesten Stand zu halten.

Samstag, 19. Dezember 2009

Freitag, 18. Dezember 2009





Logbuch. Wir schreiben den 18.12.2009. 4.22 pm. Wir verbrachten den ersten Tag in Picton (Südinsel).

Unsere erste Woche Ferien neigte sich gestern dem Ende entgegen. Dabei begann doch gleichzeitig unser Urlaub auf der Südinsel.

Nachdem wir schon am Mittwoch nach Feilding zu Alexej gefahren sind, um ihn abzuholen, ging es gestern auf die Fähre von Wellington nach Picton.

Mit Alexej schauten wir uns in Palmerston North noch eine Gruppe an, die für einen Apa Haka Wettkampf trainierten. Dabei wird gesungen, getanzt und das ganze in Südseemanier. Sehr beeindruckend!!

Nach einer eher kurzen Nacht, standen wir um 4 Uhr morgens auf und eine lange Reise begann. Zunächst ging es mit meinem Auto, 100 kg Gepäck, einem Surfboard (dies sei extra erwähnt), Alexej, Vici und mir nach Lower Hutt, im Norden von Wellington. Dort ließen wir unser Auto an der Schule von Roman. Allerdings stellte sich schon die Suche der Schule als nicht ganz so einfach heraus. Nach einer kleinen Erkundungstour durch das halbe Hutt Valley, hatten wir die Hogwarts ähnliche Schule allerdings entdeckt.

Den Schlüssel hinterließen wir bei einem sichtlich schlaf trunkenden Hendrick (wir schrieben 8.00 Uhr morgens), das Auto auf einem Videoüberwachten Hof.

Von dort aus ging es mit dem Zug Richtung Wellington Station. Von dort mit einem Shuttlebus zum Dock. Wir waren vermutlich die letzten Passagiere, die „pünktlich“, ganz nach Deutscher Sitte, um 10.15 Uhr die Fähre bestiegen. Die Abfahrt war schließlich gegen 10.45 Uhr.

Vermutlich war es einer der traumhaftesten Tage, die man sich nur ausmalen kann. Sonne, 25 Grad, kaum Wolken und eine kühle Meeresbrise. Das hört sich ja ganz nach dem ZDF Traumschiff an. So ungefähr kamen wir uns auch vor. Nur ohne Kapitänsdinner.

3,5 h dauerte die Fahrt von Wellington nach Picton, vorbei an Häfen, hinein in die Fjorde um schließlich am kleinen, verschlafenen Anlegeplatz von Picton ein zu parken.

Dort packten wir uns wieder unsere 100 kg Gepäck auf die Schultern und gingen zum nächsten Backpacker am Hafen. Dort hatte Max für uns den Schlüssel hinterlegt zu seinem silbernen Nissan, Baujahr um 1803. Nachdem es eher aussah wie ein Schlachtfeld und die Tankanzeige sich schon ins Negative bog (konnte auch wegen den 50 Grad im Auto sein), machten wir gleich bei der ersten Tankstelle Halt. Eine freundliche Dame kam uns allerdings gleich mit winkenden Armen entgegen gesürmt und ich dachte noch, die sind aber besonders fix hier. Allerdings war in der ganzen Stadt der Strom einfach ausgefallen und die Pumpen funktionierten daher auch nicht.

So machten wir uns daher auf zum YHA Hostel Picton. Aber auch dort war keiner. Nicht einmal Gäste schien es zu geben. Nur ein Schild wies freundlich darauf hin, dass man es sich doch bequem machen solle, während man warten müsse. Woraufhin wir uns erst einmal ein Mittagssnack gönnten, bevor wir die Stadt erkundeten.

Am Abend genügte auch ein „I booked 3 beds on Sebastian Siehl“ um 3 Schlüssel in die Hand gedrückt zu bekommen.

Nach einer kleinen Rundfahrt an einigen Buchten entlang, gingen wir auch relativ bald schlafen.

Heute wagten wir uns an einen Rundgang an der Küste entlang, bis hin zu einem schönen Aussichtspunkt, um dann am Mittag der Hitze zu entfliehen und ins Hostel zurück zu kehren. Zwar hat es „nur“ etwa 25 Grad, allerdings spürt man, wie die Sonne einem auf der Haut brennt und ohne Sunscreen hat man innerhalb von Minuten einen Sonnenbrand und dass ist leider nicht einmal übertrieben. Dem Ozonloch sei Dank.

So schauen wir unserem Trip freudig entgegen, der uns an der Ostküste runter nach Christchurch (Weihnachten), Mt. Cook und Dunedin (Sylvester), und an der Westküste über Queenstown und den St. Josef Glacier in einem Monat wieder nach Picton führen wird.

Sonntag, 13. Dezember 2009







7 Wochen + 1 Tag, 50 Tage, 1 200 Stunden, 72 000 Minuten oder gar 4 320 000 Sekunden FERIEN. Das ist schon verdammt viel. Vor allem, wenn man es noch in Millisekunden ausrechnet was etwa..... Nein, keine Sorge. Schließlich ist die Schule ja vorüber, die meisten unserer Leser, wenn nicht sogar alle, sind gar raus aus dem Schulsystem und daher möchte ich keinen quälen. Wobei Schüler das Gefühl der plötzlichen Sinnlosigkeit im Alltag bei so viel Freiheit sicherlich besser verstehen würden. Oder auch nicht, wenn wir über Sinnlosigkeit sprechen. Genug philosophiert.

Am Donnerstag wurde das Schuljahr abgeschlossen mit dem „Junior Prize Giving“ bei dem ich ein weiteres Mal Fotograf sein durfte/musste. Wieder ein mal kann ich nur sagen, dass es hier Preise en masse gibt und für fast jeden etwas abfällt vom Pokal- und Urkundentischlein (wobei Tafel es eher traf).

Seit Donnerstag Mittag haben Vici und ich uns auch nicht sonderlich spannenden Aufgaben hingegeben. Dabei ging es vor allem um Organisatorisches für Rückflug in die BRD nächstes Jahr, Weihnachtsgeschenke, Hausputz, „Hostelputz“, Kameraläden ab zu klappern (Error 99), Videotheksausweis erstellen oder einfach die Sonne zu genießen.

Bis gestern. Denn gestern Nachmittag hieß es: Grillen! Die Abschlussfeier des, ich nenne es einfach mal, Putztrupps im Garten des Chefs. Vici und ich mögen den allgemeinen Durchschnitt um ca. 50 Jahren gesenkt haben und hatten zusammen wahrscheinlich doppelt so viele Zähne, wie alle Anwesenden zusammen (15 an der Zahl). Auch wenn relativ schnell verständlich wurde, warum auf der Einladung: „Wunsch CDs selbst mitbringen!“, stand, war es ein netter Abend.

Zwei 3 Meter lange Aquarien und 3 Hunde ließen auch auf die Tierfreundlichkeit des Chefs (Dennis) schließen. Nachdem wir uns mit Peter über seine Europareise nächstes Jahr unterhalten hatten und Diane und Paul über eine mögliche Hochzeit lachten, machten wir uns aber auch bald auf den Weg nach Hause.

Verwunderlich ist immer wieder, dass die Neuseeländer doch Inselmenschen geblieben sind. Die meisten der Jugendlichen haben noch nie die Südinsel gesehen und viele Erwachsene tun es Ihnen gleich.

Vici und ich sind uns noch nicht so ganz klar, ob es sich dabei wirklich nur um eine Geldfrage handelt. Denn schließlich haben nur wenige Menschen so eine Natur direkt vor der Haustür. Und einen Flug gibt es auch schon für 30-50$.

Amerika oder gar Europa ist für Sie eher einer Mondlandung gleich.

Highlights der letzten Woche: Eigentlich, und dies sei zu meiner Entschuldigung angebracht an dieser Stelle, bin ich nicht der Mensch, der andere gerne „auflaufen“ lässt aber es überkam mich mal wieder.

Nachdem Breanna immer noch unser Lieblingsopfer war bisher mit Sätzen wie: „Kanada ist viel weiter weg von Neuseeland als Deutschland“. (sie kommt aus Vancouver) „Warum bist du denn dann nur halb so lang als wir geflogen Breanna?“ „ na ihr seid auch umgestiegen“ – „Schweigen“ - oder „Breanna zeig mir doch mal einen Meter:“ 1_______________________________________1 „Schweigen“, haben wir ein weiteres Ende der Bildungskette erspäht.

Es fing harmlos an mit einer Inspektion von Linos Ipod. „Hey, wer ist denn Queen?“ (gut nicht ihre Generation), „hey Dörte (Name wurde verändert), kennst du Metallica?“, „Nö!“, „Rolling Stones?“, „Nö!“, „Die Beatles? (flehende Stimme), „Öhm...( ja sie kennt sie...) Nö! (autsch)“. Danach dachte ich, wechsel ich mal zu einfachen Politikpersönlichkeiten. „George W. Bush?“, „Nee, wer ist das?“, und die 1 000 000 $ Frage: „OBAMA?“ (Bitte, schließlich sieht der ja auch nicht so schlecht aus, wie sein Vorgänger) „Ach ihr seid blöd, ihr lasst mich voll doof da stehen. Nö!“ Woraufhin ich versuchte ihr diesen netten grinsenden Schwarzen mit dem „Yes We Can!“ als Amerikanischen Präsidenten zu verkaufen. Aber hoffnungslos. Immerhin „Michael Jackson und Jesus waren ihr bekannt“. Beide mochte sie aber glaube ich nicht.

Was hier lustig klingt, ist leider viel zu ernst. Die Kids haben wirklich extrem wenig Ahnung teilweise über ihr eigenes Land oder gar das Weltgeschehen. Traurige Wahrheit.

Heute waren Vici und ich einem alternden Ehepaar wohl näher, wie je zuvor. Stellt euch einfach eine „Wäsche aufhängende Vici“ und einen „Rasen mähenden Seb“ vor. Viel mehr muss man dazu glaub ich nicht mehr sagen. Allerdings kann ich die Motorsensen nur empfehlen. Die Nachbarn nervst, den Rasen auch. Dafür hat man mal wieder so eine Männerdomaine für sich entdeckt.

Für einen Pollenallergiker, wie ich einer bin, sind 60 min. in einem blühenden Feld hinterm Haus allerdings ungefähr genau so förderlich wie ein Nacktbadeurlaub am Südpol. Dafür fühlt sich die Nase danach vermutlich ähnlich. Und nein, ich habe noch keinen Nacktbadeurlaub am Südpol hinter mir.

Bei unserer heutigen Erkundungstour durch den „Savemart“ haben wir mal wieder was entdeckt. Bronx Pumps für Vici mit denen sie mir auf den Kopf spucken kann, sowie ein „Australia“ T-Shirt für mich. Damit auch die Kiwis einen Grund zu spucken haben. (haschn?)

Mittwoch, 9. Dezember 2009







Spiel, Spaß und Spannung. Machen sie Ihren Kindern eine Freude und schicken sie zum Karate und anschließend in ein 2 tägiges Camp. So in etwa könnte die Überschrift der letzten Tage aussehen.

So versuche ich in einigen Abschnitten mal, die doch sehr ereignisreichen letzten 96 Stunden zusammen zufassen und dabei keine, der doch reichlich komischen Szenen aus zu lassen.

Es begann alles an einem sonnigen Samstag morgen in einer Turnhalle in Wanganui (Neuseeland). Etwa 100 Karateka fanden sich dort ein, um miteinander zu trainieren und am Sonntag gegen einander an zu treten. Von Auckland, Wellington, Taranaki oder Napier kamen die einzelnen Kader. Von 10 jährigen mit Schwarzgürtel bis hin zum 50 jährigen im Weisgurt waren alle Altergruppen und Gürtelträger vertreten. Chef-Instruktor Mark Willis (7. Dan), der höchste Danträger Neuseelands, gab das Training. Insgesamt 4 Stunden lang sprangen, kämpften, quälten und lachten wir uns durch die Einheiten. Dabei gab es auch ein Publikum, vor allem der regen Beteiligung der Eltern zu verdanken aber auch der einen Freundin aus Deutschland, die Meisterwerke aus einer für sie doch viel zu schweren Kamera heraus zauberte. Und damit sei selbstverständlich Vici gemeint. Schließlich verbrachte sie den halben Samstag und den kompletten Sonntag auf der Tribüne und unterstütze mich. J

Nach unserem Training ging es an die Prüfungen. So gab es etwa 40 Zöglinge, die ihre Gürtelfarbe rechtmäßig verändern und nicht nur durch eine dunkel gewählte Eddingfarbe imposant aussehen wollten.

Nur der kleine Michael (10 Jahre) machte mit mir die Prüfung zum Braungurt und gleichzeitig waren wir damit auch die letzten an der Reihe. Was zunächst 1,5h Warten bedeutete.

15 min dauerten unsere Prüfung schließlich und war wohl die Krönung des Tages. Danach fühlte sich allerdings sowohl Michaels halb so alte Knochen, wie auch meine „alten“ um mindestens ein Jahrzehnt gealtert vor.

Wohl wissend natürlich, dass am Sonntag noch der Wettkampf folgen sollte.

Doch zunächst musste der neu erworbene Braungurt selbstverständlich etwas gefeiert werden. Dabei halfen Vici, Kupe , Lino und mir der liebe Alexej und der liebe René. Die beiden kamen uns nämlich besuchen und wir verbrachten einen entspannten Abend in unserem Häuschen in der Koromiko Rd.. Dabei muss erwähnt werden, dass wir wohl den schönsten Sonnenuntergang am Pier in Wanganui erlebten, den man sich vorstellen kann. Selbst der schneebedeckte Mt. Taranaki, etwa 150 km entfernt in der Nähe von New Plymouth kam zum Vorschein, so klar war der Himmel.

Der nächste Morgen begann etwas gehetzt, da ich versuchte den Wecker so weit wie möglich vorzustellen, was vielleicht gelegentlich nicht die beste Idee ist.

So trafen sich die tapferen 100 wieder in der besagten Halle, in der mittlerweile 2 „Tuniermatten“ ausgelegt worden waren.

Konkuriert wurde in Junior- und Seniorgruppen und natürlich nach Gurtgrad sortiert. So trat in in der Seniorgruppe 6-4 Kyu (grün-2. Violetter Gurt) an. Die meisten traten zudem in 3 Disziplinen an. Kata (festgelegte Schrittfolgen), Kumité (Freikampf), sowie Teamkata (3 Personen). Dabei entschied Präzision, Kampfgeist und Ausführung der Techniken (Schwierigkeitsgrad). So konnte ich mich bei Kata, wie auch beim Kumité auf den 1. Platz kämpfen. Bei der Teamkata waren wir gleich auf mit einem Team aus Wellington, die allerdings nach Punkten, vor uns als 2., gewannen.

Insgesamt feierte Wanganui die meisten Siege bei dem „Southern Region Championsh.“ .

Das Kumite der Herren mit Schwarzgurt war am Ende der Höhepunkt. Dort wurde kräftig ausgeteilt und auch eingesteckt.

Damit sollte der Tag aber noch nicht zu Ende gehen. Lino und ich machten uns am Nachmittag direkt auf den Weg nach Upper Hutt (bei Wellingotn), um mit 12 Schülern auf ein Camp zu gehen für 2 Tage.

Beide ziemlich uninformierten, hofften wir bei strömendem Regen den ganzen Weg über runter nach Upper Hutt nicht in einem Zelt zu landen. Auch nach dem ersten Schild „YMCA-Camp-3km“ verflog die Angst nicht, sondern wurde bei einem beginnenden Schotterweg eher größer. In Gedanken puhlten wir uns schon die Baumwurzeln aus der Wirbelsäule.

Allerdings entpuppte es sich als eine Art Hostel mit angebundenem Konferenz- und „Versorgungshaus“. Außen herum lagen mehrere Seen, Wälder und Berge.

Dabei wurden nur die besten Schüler der 10. Klasse eingeladen, welche zum Prefect gewählten wurden für das kommende Jahr. Es ging bei dem Camp in erster Linie um das Verständnis von „Führungskraft“. Damit kennen wir Deutschen uns ja aus!! (haschn?) ^^

Ähnlich wie bei unseren Vorbereitungsseminaren gab es aber auch etliche Aktivitäten für die Kids, um sie als Gruppe zusammen zu schweißen. „Low-Rope-Garden“, „Orientierungslauf“ oder „Brückenbau“ waren nur einige von vielen Herausforderungen. Lino und ich halfen gelegentlich, um z.B. für die Sicherheit zu sorgen. Schade, dass es „nur“die guten Schüler waren!

Abends schauten wir Filme, spielten Basketball in der Sporthalle oder unterhielten uns.

Highlights des folgenden Tages waren sicherlich der „mudslide“, sowie der Weg über eine selbst gebaute „Brücke“.

Du wolltest schon immer mal so richtig dreckig sein? Deine weißen Shorts sollen innerhalb von Sekunden braun sein? Du bist der Natur verbunden und suhlst dich gern im Dreck? Dann bist du richtig beim Mudslide!

Wesentliche Bestandteile sind dabei eine Gummimatte mit Spülmittel drauf, ein Graben mit Schlamm und ein wenig Verrückheit. Fertig ist das Schlammbad. (Fotos werden nachgereicht)

Der Brückenbau war hingegen nicht ganz so nass. Schließlich sollte es ja auch über den Bach drüber gehen. Logisch, ne?

Mit 2 Seilen, eines für die Füßlein und das andere zum sichern und festhalten, ging es nach der Befestigung an einigen Bäumen ans Überqueren. Meine Familienplanung ist nun leider gestrichen, denn der Harnisch hat etwas gezwickt. War wohl auch eher für kleinere Kids gedacht. Aber man muss halt Opfer bringen.

Nach einem Orientierungslauf, einem Floßbaukurs und einer weiteren Seilüberquerung ging es dann an die Heimfahrt.

Das Wetter wird immer besser, wenn auch ein sehr starker Wind weht. So hat es auch den Anhänger von der Schule beim Camp umgehauen, den Hügel runter an ein Dach. Glücklicherweise war neben einigen Schrammen und einem faustgroßem Loch nichts weiter passiert.

Zurück in der Schule gab es Aktivitäten für die Schüler, wie z.B. eine Alkohol und Drogenaufklärung bei der ich mal wieder Fotograf spielen durfte, wie ich es auch morgen früh beim Junior Prize Giving tun darf. Sollte Bonusgehalt verlangen^^.

Ab morgen Mittag fangen für Vici und mich die Ferien an. Auch Vici hat mal Pause von ihrem Putzjob im Girls College. Dafür hat sie schon ihren ersten Sonnenbrand vom vielen Laufen in den letzten Tagen ohne Auto. Man fühlt sich wie ein Brathähnchen.

Seb in Aktion:

http://www.youtube.com/watch?v=SmtDEn_o-O0


P.S.: Dachte, zeige euch auch mal ein Bild von den Häusern auf Rädern hier.

Freitag, 4. Dezember 2009





Guten morgen Deutschland. Auch diese Woche wurden wir noch nicht von giftigen Spinnen gebissen, sind nicht als Geisterfahrer aufgefallen oder sind gar Kopfüber einfach hängen geblieben (Witzerklärung: down under).

Doch diese Woche hat eigentlich nicht viel Aufregendes zu bieten. In der Schule merkte man, dass es dem Ende zu geht. Damit sei gemeint, die Ferien rücken immer näher und beginnen am 11. Dezember. Die meisten Lehrer waren die ganze Woche über mit ihren Zeugnissen beschäftigt, die eigentlich auch letzten Freitag schon hätten fertig sein sollen. Wie ihr seht, ist es nicht anders wie bei den Schülern.

Meine Hauptaufgabe bestand eigentlich in 2 Tagen harter Arbeit diese Woche. So hatte ich alle Zeugnisse, der 9. Und 10. Klasse auf einem doch beachtlich hohen Stapel vor mir liegen. Nun werden hier nicht Noten von 1-6 verteilt, sondern credits. In jedem Fach kann man etwa 8-20 credits sammeln. Dies hängt stark vom Lehrer und vom Fach ab. Für jeden Test oder jede Arbeit kann man so credits sammeln. Bei im Durchschnitt 11 Fächern kann da schon einiges zusammen kommen. Dabei zählen allerdings auch Fächer mit rein, wie Kochen, Wood Work oder Tanzen. Und ja, dass sind eigene Fächer hier. Demnach hat jeder Schüler so seine eigene Kombination an Fächern, ähnlich wie bei uns es erst in der Oberstufe der Fall ist.

Mit meinem Meter Papier vor mir, begann ich nun credits zu zählen. Schüler in der 9. Klasse bekommen einen „Merit Award“ für >80 cr. In Level 4 oder drüber und bei Schülern der 10. Klasse ist es das Selbe nur mit Level 5 und drüber. Die Level geben an, wie gut ein Schüler in dem jeweiligen Fach ist. Dabei steigt man je nach Können schon in ein höheres Level ein, als Year 9 ler und kann sich im Jahr um etwa 2-3 Level verbessern.

Bei 11 report für jeden Schüler (220 Stück) kann man sich etwa vorstellen, wie lange das dauert, alle durchzuschauen. Nach etwa 2 Stunden sieht man auch nur noch „2en und 3en vor sich“. Als Problem bei dem Ganzen stellten sich am Ende allerdings viel mehr die Lehrer heraus, die ihre Zeugnisse noch nicht eingereicht hatten und die sie dann in den 2 Tagen so nach und nach nachlieferten (dass sind mal viele nachs in einem Satz^^). So ging ich dann auch die meisten Klassen mehrfach durch, da einfach immer wieder Punkte dazu kamen von anderen Lehrern. Insgesamt 10 Stunden Arbeit, 2 Mio. cr. Später und um 10 kg Papier leichter, hatte ich meine Arbeit dann beendet. In Year 9 kamen immerhin um die 10 Schüler über die 80 hinaus und 2 Schüler sogar über die 100. In Year 10 waren es etwa die Hälfte davon, einige hatten auch 0 cr. Meine Lieblingsklasse, die ich auch einige Stunden in der Woche habe brachte es auf einen Klassehöchststand von 220 cr. Bei 16 Leuten. Da der beste Schüler 115 cr. Hatte, könnt ihr euch ungefähr die Klasse ausmalen.

Aber genug von Langweiligem Notengeschwafel. Die Woche hatte auch noch mehr zu bieten..... Filme, Filme, Filme. Ansonsten gab es nämlich nicht mehr viel mehr im Unterricht. Wie gehabt, kein Unterscheid zum MLG.

Am Samstag haben wir mal wieder einen Karatelehrgang in Wanganui und ich habe meine Prüfung zum „Braungurt“. Am Sonntag folgt dann noch ein Wettkampf bei dem ich in Kata, Teamkata und Kumite antreten werde. Mal sehen, was bei raus springt. Von Sonntag bis Dienstag geht es dann nach Wellington auf ein Camp mit einigen Schülern zur Fotrbildung von Führungspersönlichkeit oder so ähnlich.

Vici ist immer noch fleißig am arbeiten im „Girls College“ und war auch letzte Woche nochmal am Kindergärten und Tagesbetreuungen abklappern. Bis jetzt noch ergebnislos aber es besteht noch Hoffnung für den Patienten.

Ansonsten treibt sie sich vormittags meist in der Stadt oder im Inet rum und wir machen abends noch etwas zusammen. Kochen, Fernsehen, Strand, Kino....

Nur um Franzis Frage gerecht zu werden: Beim Karate wird sie vermutlich zusehen, bei den Weihnachtsfeiern war sie teilweise dabei und bei der Fortbildung ist sie nicht mit von der Partie. Also ist immer unterschiedlich.

Ansonsten habe ich euch mal ein Bild von meinem Arbeitsplatz, meiner Rasur, meinem Monatsgehalt und Vici und mir beim Fernsehen hoch geladen. Ab isser. Traurig. Man fühlt sich so nackt ohne.^^