Mittwoch, 9. Dezember 2009







Spiel, Spaß und Spannung. Machen sie Ihren Kindern eine Freude und schicken sie zum Karate und anschließend in ein 2 tägiges Camp. So in etwa könnte die Überschrift der letzten Tage aussehen.

So versuche ich in einigen Abschnitten mal, die doch sehr ereignisreichen letzten 96 Stunden zusammen zufassen und dabei keine, der doch reichlich komischen Szenen aus zu lassen.

Es begann alles an einem sonnigen Samstag morgen in einer Turnhalle in Wanganui (Neuseeland). Etwa 100 Karateka fanden sich dort ein, um miteinander zu trainieren und am Sonntag gegen einander an zu treten. Von Auckland, Wellington, Taranaki oder Napier kamen die einzelnen Kader. Von 10 jährigen mit Schwarzgürtel bis hin zum 50 jährigen im Weisgurt waren alle Altergruppen und Gürtelträger vertreten. Chef-Instruktor Mark Willis (7. Dan), der höchste Danträger Neuseelands, gab das Training. Insgesamt 4 Stunden lang sprangen, kämpften, quälten und lachten wir uns durch die Einheiten. Dabei gab es auch ein Publikum, vor allem der regen Beteiligung der Eltern zu verdanken aber auch der einen Freundin aus Deutschland, die Meisterwerke aus einer für sie doch viel zu schweren Kamera heraus zauberte. Und damit sei selbstverständlich Vici gemeint. Schließlich verbrachte sie den halben Samstag und den kompletten Sonntag auf der Tribüne und unterstütze mich. J

Nach unserem Training ging es an die Prüfungen. So gab es etwa 40 Zöglinge, die ihre Gürtelfarbe rechtmäßig verändern und nicht nur durch eine dunkel gewählte Eddingfarbe imposant aussehen wollten.

Nur der kleine Michael (10 Jahre) machte mit mir die Prüfung zum Braungurt und gleichzeitig waren wir damit auch die letzten an der Reihe. Was zunächst 1,5h Warten bedeutete.

15 min dauerten unsere Prüfung schließlich und war wohl die Krönung des Tages. Danach fühlte sich allerdings sowohl Michaels halb so alte Knochen, wie auch meine „alten“ um mindestens ein Jahrzehnt gealtert vor.

Wohl wissend natürlich, dass am Sonntag noch der Wettkampf folgen sollte.

Doch zunächst musste der neu erworbene Braungurt selbstverständlich etwas gefeiert werden. Dabei halfen Vici, Kupe , Lino und mir der liebe Alexej und der liebe René. Die beiden kamen uns nämlich besuchen und wir verbrachten einen entspannten Abend in unserem Häuschen in der Koromiko Rd.. Dabei muss erwähnt werden, dass wir wohl den schönsten Sonnenuntergang am Pier in Wanganui erlebten, den man sich vorstellen kann. Selbst der schneebedeckte Mt. Taranaki, etwa 150 km entfernt in der Nähe von New Plymouth kam zum Vorschein, so klar war der Himmel.

Der nächste Morgen begann etwas gehetzt, da ich versuchte den Wecker so weit wie möglich vorzustellen, was vielleicht gelegentlich nicht die beste Idee ist.

So trafen sich die tapferen 100 wieder in der besagten Halle, in der mittlerweile 2 „Tuniermatten“ ausgelegt worden waren.

Konkuriert wurde in Junior- und Seniorgruppen und natürlich nach Gurtgrad sortiert. So trat in in der Seniorgruppe 6-4 Kyu (grün-2. Violetter Gurt) an. Die meisten traten zudem in 3 Disziplinen an. Kata (festgelegte Schrittfolgen), Kumité (Freikampf), sowie Teamkata (3 Personen). Dabei entschied Präzision, Kampfgeist und Ausführung der Techniken (Schwierigkeitsgrad). So konnte ich mich bei Kata, wie auch beim Kumité auf den 1. Platz kämpfen. Bei der Teamkata waren wir gleich auf mit einem Team aus Wellington, die allerdings nach Punkten, vor uns als 2., gewannen.

Insgesamt feierte Wanganui die meisten Siege bei dem „Southern Region Championsh.“ .

Das Kumite der Herren mit Schwarzgurt war am Ende der Höhepunkt. Dort wurde kräftig ausgeteilt und auch eingesteckt.

Damit sollte der Tag aber noch nicht zu Ende gehen. Lino und ich machten uns am Nachmittag direkt auf den Weg nach Upper Hutt (bei Wellingotn), um mit 12 Schülern auf ein Camp zu gehen für 2 Tage.

Beide ziemlich uninformierten, hofften wir bei strömendem Regen den ganzen Weg über runter nach Upper Hutt nicht in einem Zelt zu landen. Auch nach dem ersten Schild „YMCA-Camp-3km“ verflog die Angst nicht, sondern wurde bei einem beginnenden Schotterweg eher größer. In Gedanken puhlten wir uns schon die Baumwurzeln aus der Wirbelsäule.

Allerdings entpuppte es sich als eine Art Hostel mit angebundenem Konferenz- und „Versorgungshaus“. Außen herum lagen mehrere Seen, Wälder und Berge.

Dabei wurden nur die besten Schüler der 10. Klasse eingeladen, welche zum Prefect gewählten wurden für das kommende Jahr. Es ging bei dem Camp in erster Linie um das Verständnis von „Führungskraft“. Damit kennen wir Deutschen uns ja aus!! (haschn?) ^^

Ähnlich wie bei unseren Vorbereitungsseminaren gab es aber auch etliche Aktivitäten für die Kids, um sie als Gruppe zusammen zu schweißen. „Low-Rope-Garden“, „Orientierungslauf“ oder „Brückenbau“ waren nur einige von vielen Herausforderungen. Lino und ich halfen gelegentlich, um z.B. für die Sicherheit zu sorgen. Schade, dass es „nur“die guten Schüler waren!

Abends schauten wir Filme, spielten Basketball in der Sporthalle oder unterhielten uns.

Highlights des folgenden Tages waren sicherlich der „mudslide“, sowie der Weg über eine selbst gebaute „Brücke“.

Du wolltest schon immer mal so richtig dreckig sein? Deine weißen Shorts sollen innerhalb von Sekunden braun sein? Du bist der Natur verbunden und suhlst dich gern im Dreck? Dann bist du richtig beim Mudslide!

Wesentliche Bestandteile sind dabei eine Gummimatte mit Spülmittel drauf, ein Graben mit Schlamm und ein wenig Verrückheit. Fertig ist das Schlammbad. (Fotos werden nachgereicht)

Der Brückenbau war hingegen nicht ganz so nass. Schließlich sollte es ja auch über den Bach drüber gehen. Logisch, ne?

Mit 2 Seilen, eines für die Füßlein und das andere zum sichern und festhalten, ging es nach der Befestigung an einigen Bäumen ans Überqueren. Meine Familienplanung ist nun leider gestrichen, denn der Harnisch hat etwas gezwickt. War wohl auch eher für kleinere Kids gedacht. Aber man muss halt Opfer bringen.

Nach einem Orientierungslauf, einem Floßbaukurs und einer weiteren Seilüberquerung ging es dann an die Heimfahrt.

Das Wetter wird immer besser, wenn auch ein sehr starker Wind weht. So hat es auch den Anhänger von der Schule beim Camp umgehauen, den Hügel runter an ein Dach. Glücklicherweise war neben einigen Schrammen und einem faustgroßem Loch nichts weiter passiert.

Zurück in der Schule gab es Aktivitäten für die Schüler, wie z.B. eine Alkohol und Drogenaufklärung bei der ich mal wieder Fotograf spielen durfte, wie ich es auch morgen früh beim Junior Prize Giving tun darf. Sollte Bonusgehalt verlangen^^.

Ab morgen Mittag fangen für Vici und mich die Ferien an. Auch Vici hat mal Pause von ihrem Putzjob im Girls College. Dafür hat sie schon ihren ersten Sonnenbrand vom vielen Laufen in den letzten Tagen ohne Auto. Man fühlt sich wie ein Brathähnchen.

Seb in Aktion:

http://www.youtube.com/watch?v=SmtDEn_o-O0


P.S.: Dachte, zeige euch auch mal ein Bild von den Häusern auf Rädern hier.

3 Kommentare:

  1. jaja, immer mit mädchen kämpfen :-P und dann auch noch vor-arbeiten ^^

    YMCA klingt ja sehr spannend :-P

    na dann, viel spass um Urlaub :) und passt auf, sprecht nicht mit Fremden :-P

    Ein Mantafahrer hat auf seinem Beifahrersitz einen Papagei sitzen und das Fenster offen. Er hält an der roten Ampel neben einem Mercedes. Der Fahrer des Mercedes kurbelt sein Fenster ebenfalls runter und fragt: "Kann der auch sprechen?" Darauf der Papagei: "Weiß ich doch nicht!"

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  2. ach ja ^^ ein vorschlag der Leserschaft: Wie wäre es mit "Comments and answers" zu den Umfragen ^^

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  3. Sehr schoen Dein Video auf Youtube. Aber besonders nett finde ich Deine neue Sonnenbrille. Wollt ihr Euch im Urlaub auch mal erholen. Oder habt ihr Actin Urlaub in Southern Newzealand vor. Wie gesagt Fragezeichen und sonstige Sonderzeichen gigt es in Spanien auf der Tastatur nicht.

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