Mittwoch, 28. Oktober 2009
Montag, 26. Oktober 2009
Mein liebe Leserschaft, mit großer Freude habe ich Eure Hilferufe nach Unterhaltung und gleichzeitig die Bitte vernommen, doch endlich wieder World Press Photo ähnliche Bilder meiner selbst rein zu stellen. Zu meiner Entschuldigung seien 3 Dinge zu sagen. Zum einen hatten wir in der vergangenen Woche kein Internet in unserem Hostel. Punkt 2 wäre, dass der Alltag mir nicht so erzählenswert zu sein schien und als 3. Punkt der Verteidigung sei zu sagen, dass Vici gestern und heute „umgezogen“ ist. Heißt, dass wir Möbel, soweit es uns möglich war in mein Auto gepackt und in das neue Haus gestellt haben.
Die vergangene Woche verlief ruhig und ganz einem Alltag entsprechend. 20 Stunden Schule und etwa 15 Stunden Hostel-Duty. Wobei Schule definitiv der anstrengendere Teil von beidem ist. Dabei ist es nicht körperlich fordernd, meist nicht mal geistig, aber die ständige Präsens, die man zeigen muss, zapft einem doch den Tag über genug Energie ab. Wenn Jack S. und Hakamuhu B. (Namen wurden geändert aus Datenschutzgründen^^) in der letzten Reihe mal wieder versuchen ihren sinnfreien „Dialog“ mim „Cousin“ (ausgesprochen: Kassi) per Sms aufrecht zu erhalten oder Mark H. von vorne Sätze wie: „Mean Maorie“ (hört sich ungefähr so an: Miehn Maahri) oder „Sweet as Sebastian“ (Swiet Äs Sebäschtiän), brüllt, dann muss man schon mal an die Erziehung ran. Hart ist es vor allem bei Lehrern, die selbst nicht einmal die Kontrolle über Ihre Klassen haben und dabei sprechen wir nicht von 20 hoch interessierten 19 jährigen Gymnasiasten (gibt’s das denn? ), sondern von pubertierenden 14/15 jährigen, die von Sonderschul- bis Gymnasiumsniveau alles zu bieten haben. Zudem sind manche schon mit 15 einen Kopf größer wie ich (manche mögen sagen, dass dies auch nicht so schwer sei) und haben Oberarme, etwa so groß wie meine Oberschenkel. Demnach also Alltag und nicht wirklich spannend ☺. Dafür lern ich praktisch das Neuseeländische Badisch hier mit dem Gangster-Maori-Slang.
Am Wochenende fand in Turangi, einem 100 Seelen Dorf im Norden(berühmt bei Truckis für seinen BurgerKing), das Gasshuku statt. Gasshuku bedeutet, dass sich Karateka aus der Umgebung treffen, um dort unter der Anleitung eines oder meherer „Karate-Meister“ zu trainieren für einige Tage. Wir hatten das Vergnügen mit Mark Willis (6th Dan) zu trainieren. Das hieß nach der Ankunft am Freitag früh schlafen gehen, um am Samstag morgen um 6 Uhr auch fit für das bevor stehende 3 stündige Training zu sein. Am Nachmittag folgten dann weitere 3 Stunden. Leider konnte ich nicht bis heute dort bleiben, sondern fuhr schon am Samstag abend mit bis dahin schon stechendem Muskelkater überall (selbst in der Rippengegend) und dem Gefühl alt zu sein, zurück nach Wanganui. Das Training hat riesigen Spaß gemacht und man hat neue Leute kennen gelernt. Wie ich hörte folgten gestern auch noch die berüchtigten 1000 Mei Giris (Kicks) in Folge. Puh, Glück gehabt.
Gestern, sowie heute haben wir dann die vom Hostel uns überlassenen Möbel zum Haus gefahren und so langsam richten sich Vici und Kupe dort ein. Der Teppich wurde immer noch nicht vollständig verlegt, daher ist noch nicht viel mit auspacken, allerdings nimmt das ganze Form an.
Vicis Arbeitssuche geht indes allerdings weiter. „Pack’n Save“ (Metro Art), mehrere Cafés, sowie lokale Kindertagesstätten suchen zwar für die Weihnachtszeit Leute, allerdings lassen die Jobangebote im Moment noch zu wünschen übrig.
Heute haben wir einen Ausflug in den Wanganui National Park gemacht. Dabei waren wir in Athen, London (also ganz bei euch in der Nähe), Korinth, sowie Jerusalem. Wer jetzt aber an Millionenstädte oder gar Metropolen denkt, den muss ich enttäuschen, es handelt sich hierbei um maximal 10 Häuser umfassende Dörfer auf dem Weg durch den National Park, denen die spaßigen Kiwis Namen berühmter Orte verpasst haben.
Hatten heut übrigens frei. Labour Day. Ätsch ^^
News: 12 Stunden nach vorne, um bei unserer Zeit zu landen.
Montag, 19. Oktober 2009
Samstag, 17. Oktober 2009

8 außergewöhnliche Gewohnheiten der „Kiwis“ haben Sie schon in eine fremde Welt geführt und einer neuen Kultur vorgestellt. 8 weitere sollen an dieser Stelle folgen.
1.) Essen: Überlegen wir einmal gemeinsam. Pizza, Eis, Pasta... Italien. Spätzle, Weisssswurtsch mit Brezeln, Bier....Deutschland. Fish and Chips bäh, und ähhhhhh.... hmmm.... England. Für sein Essen ist Neuseeland nicht berühmt. Allerdings gibt es auch hier einige lustige Angewohnheiten. So ist z.B. Marmite (made in New Zealand) und Vegemite (made in Aussiland) die Nutella Neuseelands. Einziger Unterschied: Der Geschmack. Wer gerne Maggi Pulver in Pastenform verdrückt, mag bei diesem Brotaufstrich richtig sein. Ich habe noch nicht so ganz meine Liebe dafür entdeckt. Allein der Geruch morgens fördert schon den Überlebensinstinkt.
2.) Eine zweite und nicht zu unterschätzende Spezialität sind die „Noodles“. „Instant-Tüten-Nudeln“ mit etwas Gewürz und heißem Wasser. Fertig ist der Lunch. Vermutlich werden hier mehr Nudeln produziert, wie in Italien in einem ganzen Jahrzehnt. Zumindest kann man Ihnen nicht entgehen.
3.) (*Hinweis für Vegies*: Sind sie ein Vegetarier gehen sie bitte zu Punkt 4 auf Grund von Tierfeindlichen Späßen. VORSICHT!!!) Bleiben wir beim Essen. 40 Mio Schäflein rennen (schlendern wohl eher) auf den Wiesen Neuseelands umher. Zweit größter Schafswollexporteur nach Australien, sowie eine große Lammfleischproduktion sind die Folge davon. Dabei verteilen sich die flauschigen Rabauken doch ganz gut übers Land. Zumindest hat es mich 3 Wochen gekostet, um mehr als 100 Schafe zu sehen.
4.) Weg von der Natur, hin zur Zivilisation und damit zur Architektur. Man kann denke ich ein ganzes Leben in Wanganui verbringen, ohne jemals wieder den Weg vom Strand zurück in die Stadt zu finden. Das mag zum einen daran liegen, dass der schwarze Sandstrand ca. 15 min mit dem Auto entfernt ist von der Innenstadt aber auch daran, dass einfach jede Straße gleich aussieht. Die amerikanische Bauweise scheint sich auch hier durchgesetzt zu haben. Billig, gut durchlüftet und möglichst transportabel bauen. Schließlich weiß man nie, wo man sein zu Hause mal noch hinmanövrieren möchte. Höchster Bau ist auf Grund dessen auch unsere Schule mit 5 Stockwerken.
5.) Ein absolutes „No go“: sich auf einen Tisch zu setzen. „We eat on it, so move your ass please“. Ja so geht es. Eigentlich klingt es logisch und meiner Meinung nach ist es auch eine gute Regel.
6.) Brötchen, Brezeln, eine Quarkschnecke...hmmmmm J ein Jahr Verzicht üben. Bäckereien ähneln eher Chemiefabriken. Schön bunt soll es sein und der Geschmack kommt von ganz allein, wenn man nur genug Geschmacksverstärker rein schüttet. Nach einer Weile vermisst man doch die gute Bäckerei um die Ecke mit den frischen Brötchen oder anderen Leckereien. Aber wofür gibt es denn Toastbrot.
7.) Wo wir auch gleich bei der Überleitung zu Punkt 7 wären. Toast. Neuseeländer sollten generell für eine Logistikfirma arbeiten (DHL, UPS....). Alles, aber auch wirklich alles, was man sich nur an Essbarem vorstellen kann, wird hier in Toastbrot verpackt zu einem „Sandwich“. Seien es Nudeln, Würstchen, Kartoffeln oder gar Reis. Das gelb, weiße Gold fehlt nirgends.
8.) Der letzte Punkt führt uns zu einer kleinen Umfrage am Rand. „How is it going?“, „How are you?“, „What are you up to?“. Gängige Begrüßungen oder Anreden auf der Straßen für Fremde, wie für Freunde oder Bekannte. Dabei hatten wir allerdings schon Diskussion darüber, ob es nicht eigentlich oberflächlich sei, einen fremden zu fragen, wie es ihm denn gehe, wenn man es eh nur aus Gewohnheit tut und eigentlich nur ein „good“ erwartet oder gar garnichts. Was meint ihr?
Die erste Woche Schule ist vorbei. Alles hat seinen gewohnten Lauf wieder genommen. Mein Stundenplan wurde auf 18 Stunden die Woche aufgestockt, plus Hostel Pflichten von etwa 15 Stunden. Sport, Mathe und Social Studies sind die Fächer, die ich hauptsächlich habe im College. An diesem Wochenende bin ich noch „on Duty“ im Hostel und darf daher kochen (natürlich unter Anleitung und tatkräftiger Unterstützung von Vici), ein wenig Programm für die Kiddis gestalten, sowie bsp.weise die Zimmer nach Drogen durchsuchen.
Vici hat die ersten 10 Tage in Wanganui auch schon überstanden. Vermutlich kennt sie sich jetzt schon besser aus, als ich. So haben ihr einige Cafés einen Rückruf versprochen, sowie eine Modelagentur schon eine Zusage gesendet. Man darf gespannt sein. Nächstes Wochenende sollte dann auch das Haus Bezugsfertig sein.
Und das nächste Mal bei: „Wieso, weshalb, warum?“. Ein ganz normaler Tag in Wanganui und warum man mit einem Opel nicht am Strand fahren sollte.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Heute vor 7 Wochen habe ich mich aufgemacht zum Frankfurter Flughafen und mich ins „Abenteuer“ gestürzt. Für Vici sind es auch schon 3 Wochen. So rennt die Zeit dahin. Nachdem ich schon einiges von unseren Erlebnissen erzählt, von der Natur geschwärmt und mit Bildern einiges versucht habe zu vermitteln, möchte ich heute mal die seltsamen Dinge von Neuseeland auflisten. Vorurteile, die sich bestätigt haben, Dinge, die man niemals erwarten würde im Land der Schaaaaaafe, sowie einfach Alltägliches, dass seinen eigenen (oftmals verrückten) Lauf nimmt „Down under“.
1.) Beginnen möchte ich mit einer wichtigen und manchmal lebensgefährlichen Tätigkeit. Dem Autofahren. Jeder der schon mal in einem Land war, indem man auf der falschen (linken) Seite fährt, wird mich eventuell verstehen können. Das Gefühl Geisterfahrer spielen zu wollen, verlässt einen auch nach 7 Wochen nicht wirklich, wobei es von km zu km besser wird. Zwar bin ich bis heute nicht nach rechts in den Kreisel gefahren (für alle, die nun verwirrt sind, es wäre der falsche Weg), allerdings hatte ich auch meine abwesende Momente, in denen ich mein Autochen geschickt um entgegenkommende (Geister)Fahrer manövriert habe.
à Man „get used to it“ ^^Immer dem Vordermann folgen und hoffen.
2.) Eine zweite Besonderheit und wie ich doch betonen möchte eine sehr wichtige, ist die Wahl der Autos. Einen gestriegelten Mercedes oder BMW, der regelmäßig sonntags mit dem Gartenschlauch abgespritzt und mit dem Handpflegemittel von Oma massiert wird, gibt es hier nur in ganz besonderen Gegenden. Europäische Autos sind hier ein Zeichen des Wohlstandes. Selbst ein Opel ist etwas gaaaaanz besonderes, was natürlich auch nicht zu hoch zu bewerten sei an dieser Stelle. Toyota, Nissan und Co sind hier weit verbreitet und werden auch nach 50 Jahren noch rostig auf den Straßen geschoben.
à lockerere Handhabung. Super!!!
3.) Dabei muss man beachten, dass Opel hier zumeist als die Marke HOLDEN gehandelt wird, mit einem Löwenkopf als Markenzeichen.
à Schöner als Der Blitz von Opel
4.) Zum Autofahren gehören auch unsere Freunde und Helfer und diese sind hier ziemlich aktiv. Während meiner Zeit hier, hatte ich das Vergnügen geblitzt zu werden und 120.-$ Strafe zu zahlen. Wobei ich mir habe sagen lassen, dass ich wohl in den einzigen festen Blitzer auf der Nordinsel rein gefahren sein muss. Ein anderes Mal hat ein Schüler ein Strafgeld von 400$ kassiert und natürlich nicht zu vergessen, sind die abgelaufenen Registration Numbers, die mit einer Strafe von 200$ aufwärts belohnt werden.
à Sehr striktes Eingreifen.
5.) Gehen wir weg vom Autofahren und gehen wir hin zu anderen Extremsportarten. Davon gibt es in Neuseeland nämlich zu hauf. Von jedem erdenklichen höheren Gebäude oder Felsvorsprung kann man sich runterstürzen, mit Seil oder ohne, rollend, mit Schall- oder gar Lichtgeschwindigkeit sich sonst wohin katapultieren lassen..... nichts scheint unmöglich.
Dafür wird man auch an jedem Ort mit Flyern überhäuft. Die meist an die Touristen angelehnten Preise sind oftmals aber eher unschön im Vergleich zur Tätigkeit.
à Verrückt gute Ideen. Allerdings übertrieben teuer.
6.) Toilettentüren werden anders herum abgeschlossen. Sofern noch nie jemand in Deutschland darauf geachtet hat, wie man Toilettentüren abschließt, tut es. Werdet euch dessen bewusst!!! Was wäre ein Leben ohne Toilette?
7.) Sport ist in Neuseeland ein Muss. Jeder macht irgendwas und wenn es nur 1x die Woche um den Platz rennen ist. Eine Sport begeisterte Nation. Und das nicht nur in den Extremsportarten.
8.) Wo wir auch gleich beim Achten und vorerst letzten Punkt wären. Rugby ist ein Muss. Das Nz Nationalteam, die „All Blacks“, scheinen schier eine Religion zu sein. Neben Rugby gibt es Touch Rugby, Touch Ball (ähnlich dem Baseball), Cricket oder Netball.
Dies war Teil 1 von „Wer wie was, wieso weshalb warum“ J
Freitag, 9. Oktober 2009


Liebe Fangemeinde, der Neuseeländischen Kultur, Denkweise und der anwesenden deutschen T(erroristen)ouristen in diesem wundervollen Land. Vermutlich ist es mein letzter Eintrag, wenn ein englischsprachiger Computerguru von Google erst einmal seinen „Böse-Wörter-die-keiner-verwenden-darf-Scan“ angeworfen hat und einen deutschen Übersetzer gefunden hat, wird sie wohl gesperrt werden. Auf Grund des kleinen Wortwitzes in Klammern. Aber bis dahin können wir ja beruhigt weiter schreiben oder Ihr lesen.
3 Tage sind Vici und ich schon im heimelichen Wanganui und wir waren nicht untätig. Zunächst mal muss erwähnt werden, dass die erste Hälfte unseres Hostels verkauft wurde und ich daher mit den anderen Gappern umziehen musste und nun ein etwa Besenkammer großes Zimmer mein eigen nennen darf. Dies aber auch nur bis Dezember. Denn dann soll die 2. Hälfte verkauft sein und wir werden umgesiedelt (uih das könnte dem Guru auch nicht gefallen.... umsiedeln.... uih ^^).
Nun zu unserem täglichen Programm. Haben die letzten Tage nach Wohnungen/Häuser für Vici gesucht und nach einer Arbeit. Dabei sind wir auf einen netten Pappkarton am See gestoßen (kostenlos), sowie die Arbeit als „Werbechicken“ in der Stadt (Das Tier „Chicken“, nicht was ihr wieder denkt) . Nein im ernst. Wir sind fündig geworden. Da Kupe, unser lokaler/einheimischer Freund, wie er sich so gern selbst beschreibt, auch eine Bleibe sucht, werden er und Vici nun zusammen ziehen in das Haus eines Housemasters unseres Hostels (sind das viele Wörter mit H in einem Satz) in ca 2 Wochen. Die Miete beträgt NZ$140 pw, dass bedeutet für jeden etwa 130€ pro Monat, was für ein 3 Zimmer Haus mit Küche, Bad und einem sehr hübschen Garten (Zitronen- und Zwetschgenbaum) nicht allzu viel ist, denke ich mal. Möbel gab es gleich noch dazu vom Hostel, da dies sich ja wie besagt verkleinert.
Nach Arbeit haben wir mal bei den lokalen Cafés gefragt und Einkaufszentren (also eines) und tatsächlich darf Vici nächste Woche Probe arbeiten bei einem Cafés. Bei dem vermutlich heute eine Stelle erst frei wurde, da jemand so freundlich war und den Feueralarm ausgelöst hat, bei aufsteigendem Rauch aus der Küche, während Vici sich vorstellen wollte. „Uih ja bleiben sie doch gleich da, man weis ja nie...“ IRONIE !!!
Ansonsten ist es hier ziemlich verregnet und nicht so wirklich spannend. Heute kam uns Alexej aus Fielding besuchen und er und wir beide hatten eine kleine Stadtführung.
Gestern war der Tag des Gerichts. Natürlich nur im übertragenen Sinne. 19km/h zu viel in Sanson (nicht Sense) machen Nz$120.- Da ich doch schon mit mehr gerechnet hatte, bin ich darüber schon froh und es gab nicht einmal Punkte. Zudem erfuhr ich von einer Vorladung zur Polizei in Baden-Baden. Die zahlen mir jetzt einen Rückflug..... Hehe quatsch. Die Vorladung gibt es allerdings wirklich. Allerdings nur als Zeuge, diesmal nicht als Täter. ^^ Bei genaueren Fragen wenden sie sich bitte an Gerrit F. oder denken sie über mögliche Vorurteile von Ludwigshafen nach.
Hoffe euch geht es gut in D. und die erste Woche Schwarz/Gelb lief Problemlos.
Montag, 5. Oktober 2009

3 Tage, 3 Städte, 30 000 Fotos später. Rotorua kommt uns schon sehr weit weg vor, könnte daran liegen, dass es das mittlerweile auch ist. Am Freitag haben wir uns auf den Weg nach Hamilton gemacht, haben dieses aber nur durchfahren und sind weiter gereist nach Auckland.
Auckland ist wohl wie fast jede andere Großstadt. Mit etwa 1,1 Mio. Einwohnern ist sie definitiv die größte Stadt Neuseelands (jeder 4. Neuseeländer wohnt hier). Auch wenn das Kulturprogramm, einige Sehenswürdigkeiten, sowie die Abendgestaltung Auckland zu einem interessanten Örtchen machen, vermisst man doch das typisch Neuseeländische an dieser Großstadt.
Erkennen lässt es sich allerdings doch an einigen Stellen. So z.B. am Skytower. Dem Wahrzeichen Aucklands und dem mit 328 m Höhe immer noch höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre. So ist es nicht einfach ein Turm, von dem man einen grandiosen Blick auf die Stadt und die umliegenden Vororte hat, oder der vll sogar mit einem hübschen Drehrestaurant glänzt, wie z.B. der Mannheimer Fernmeldeturm. Nein, nein. Ein Weg seinen Spaß zu haben auf, neben oder um das Türmchen herum, ist ein Sprung aus 192m Höhe. Dabei wird man ähnlich wie beim Bungy Jumpen an einem Seil festgemacht und an 2 weiteren sicher in die Tiefe „geleitet“ mit etwa 80 km/h. Es ist wohl der höchste Sprung in Neuseeland. Allerdings dafür nicht unbedingt der schnellste, da man eben doch schauen muss, dass keiner an das Betongehäuse dotzt. Eine zweite Möglichkeit wäre der Skywalk. In ca. 200 m Höhe läuft man an einem Seil gesichert um den Turm herum und kann sie so auch mal über den Rand herauslehnen ohne gleich einen Sprung zu wagen. Der dritte Weg seinen Adrenalinspiegel in die Höhe schießen zu lassen, ist den Turm bis fast zur Spitze zu besteigen von innen per Leiter. Wie ihr also seht ist das nur etwas für Wagemutige. Der Glasboden von der Aussichtsplattform oder dem Lift aus sind nur einige Dinge, die man ansonsten entdecken kann.
Aber ich schweife etwas ab. Auckland hatte natürlich noch mehr zu bieten, wie den Skytower. So sind wir z.B. auf den Victoria Market gegangen, haben den Hafen unsicher gemacht, wollten das Museum besuchen, was schon geschlossen hatte, sind mehrfach über die Harbour Bridge gefahren, haben mit einem ca. 2 000 km Fußmarsch alle Straßen in Auckland gesehen, die man nur sehen kann, ohne auf einem Highway zu landen.
Nach etwas mehr als 2 Tagen hat man aber wieder genug von der Großstadt und wir haben uns in die Wildnis gestürzt. Wangarei. Oder Whangarei. Die Geschichte mit dem h.
Whangarei ist wohl mit seinen paar 10 000 Einwohnern die größte „Stadt“ im Norden von Auckland. Zu sehen gibt es das lokale Uhrenmuseum (13 000 Uhren),...... joah und ich glaube das war es schon. Aber wir haben es besucht. Außerdem natürlich außerhalb einen Wasserfall, der wirklich beeindruckend war und einige wunderschöne Strände. Das Wetter hatte sich allerdings die ganzen Tage über, dem Wasserfalls angepasst. Das Auto blieb immerhin sauber dadurch. Bis heute. Aber dazu gleich mehr.
Nachdem wir sogar ins Kino gegangen sind gestern Abend in „Funny People“ (wird vermutlich nie erscheinen in Deutschland), sind wir heute morgen wieder früh aufgebrochen noch weiter in den Norden.
Paihia. Ein einziger Strand mit einigen Häuschen außen rum. Allerdings ist es hier traumhaft schön. Hat schon ein bisschen was von den Fiji Islands. Nachdem wir uns eingecheckt hatten in dem lokalen Hostel, sind wir rauf gefahren zum North Cape.
3 Stunden Fahrt. Ein Weg. Also etwa 6-7 Stunden Fahrt insgesamt. Das weiß man hier nie so genau. Mal ist ein Part der Straße einfach gesperrt, oder ein netter Kiwi steht mit einem „STOP“ Schild am Straßenrand und winkt einem mit einem gelangweilten Blick zu und hinter einem bildet sich eine gigantische Schlange im Laufe der darauf folgenden halben Stunde oder 10km Straße werden gerade erst gebaut, während man sich an Baggern und Rießenwalzen vorbei schiebt. Da wir heute Glück hatten, bekamen wir das volle Programm. Bagger, Walzen, Schlammwege, Schotterpisten, Offroad- feeling, 10 000 tote Tiere im Weg, einspurige Bahnen..... etc.
Dafür ist der Weg zum North Cape schon den Aufwand Wert. Vorbei an satten grünen Feldern, Stränden, strahlend blauem Wasser und den freundlich winkenden Kiwis.
Das North Cape ist allerdings doch der Höhepunkt. Tasmanisches Meer und Südpazifik treffen sich an dieser Stelle. Blaues, an manchen Stellen fast durchsichtiges hellblaues Wasser trifft auf Klippen auf oder bildet meterhohe Wellen auf dem Weg zu wunderschönen, einsamen Stränden in versteckten Buchten. (sabber, sabber....ach..... wie poetisch) Man hat einen Blick von einem ca. 300m Hohen Felsen runter auf das Schauspiel. Der Wind bläst dabei fast so stark, dass man sich dagegen lehnen kann.
Weitere schöne Details: ein Briefkasten direkt am North Cape, der offenbar jeden Tag um 9 Uhr geleert wird, ein Touri mit seinen 2 Töchtern, dem sein Stativ umgefallen ist mit seiner Nikon-Kamera drauf („With Canon you can“^^) oder mein Rallye Opel, der heute ausnahmsweise mal gelobt wird.
Auf dem Rückweg sind wir ein Stück über den 90 miles Beach gefahren. Der allerdings nur 64km lang ist. Und für alle, die nun versuchen Kilometer in Meilen um zu rechnen. Nein, es stimmt trotzdem nicht. Klingt einfach cooler. Mit 110 km/h einen Strand runter zu düsen hat allerdings schon etwas atemberaubendes. Auch wenn es nur etwa 15 km von den besagten 64km waren. Dafür hatte ich mein ADAC Fahrsicherheitstraining gleich mit dabei.
Unsere Kochkünste sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Wir steigern uns und zaubern jeden Tag etwas wirklich leckeres auf den Tisch. Selbstgemachte Burger, Spaghetti Carbonara, Bratkartoffeln, Hühnchen mit Pommes...... ach und der Nachtisch.... aufhören zu sabbern. Bilder werden folgen J bzw. Kochbuch.
3 Bilder gaben uns dann doch etwas zu bedenken. Sofern ihr „The Ring“ gesehen habt, oder auch so einfach auf der Suche nach übernatürlichen Kräften seid, dann haben wir was für euch. Seid gespannt.
Freitag, 2. Oktober 2009
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Rotorua. Das sagen wir jetzt 10x. Rotorua, Rorotua, Rorotua, Rorotua, Rorotua, Rorotua,.... mit einem schönen rollenden „r“ bitte. Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. Am besten mit 2. Aber mal weg von der Aussprache. Rotorua ist eine sehr schöne Stadt mit etwa 70 000 Einwohnern. Worauf man sich allerdings einstellen sollte, sofern man hier einige Tage verweilen möchte, ist der ständig anwesende Geruch von verfaulten Eiern. An einigen Stellen gar nicht zu merken, ist er andern Orts so stark, das einem schon etwas übel wird. Komischer weise war er besonders stark vor diesem einen Dönerladen. Auch vor dem Chinesen meinte ich etwas mehr nach Luft zu ringen. Und die Japanergruppe die vor dem Sushiladen umgekippt ist....
Wie in fast jedem Ort ist auch in Rotorua der Tourismus eingekehrt und daher gibt es an jeder Ecke eine Attraktion. Vor der Stadt liegt an einem Hügel, hinter einem Hügel versteckt (mit dem wundervollen Schild – in 50m rechts abbiegen- auf einer Autobahn) das Zorbing. Wer noch nie etwas davon gehört hat, den kann ich trösten. Diese „Sportart“ hat es meines Wissens auch noch nicht von der Insel hier runter geschafft. Zu 100% eine neuseeländische Erfindung und darauf sind sie gewaltig stolz. Dabei muss man sich eine zirka 4m große Plastikkugel vorstellen, in der es eine kleine Öffnung gibt, in die man einsteigen kann zu einem Hohlraum für etwa 2-3 Personen.
Dabei gibt es das Zorbing, sowie das Zydroing. Beim Zorbing wird man an die Innenwand des Holraumes gebunden und man genießt eher das Drehen im Kopf nach der Fahrt. Beim Zydroing hingegen fühlt man sich wie in einer Waschmaschine mit dem Gefühl einer Wasserrutsche, da es nur bergab geht. Selbstverständlich haben wir das 2. Gemacht. Einmal Sonderwaschgang bitte. Dafür bekommt man aber sogar warmes Wasser rein gefüllt. Sehr angenehm. Da fühlt man sich wie die Dreckwäsche ^^.
44$NZ (20€) pro Person sind dabei aber ein ziemlich teuerer Spaß für 10 sec. Waschmaschine. Die Schleudermaschine in unserem Laundryroom kam mir mit ihren 2€ danach schon verlockend vor. (konnte mich beherrschen, um das mal vorweg zu nehmen). Danach ist man durch ein weises Reisfestband am Arm gebrannt Markt auf dem mit großen Lettern ZORB hevorsticht. à „Guck man ein Touri“
Anschließend sind wir noch zum Agroadventure Park. Agro sind auch dort vor allem die Preise. Bunjy Jumpen, eine Art Rießenschiffsschaukel, Jetboat, Windkanal oder eine runde „Liegerade“ fahren gegen die Zeit. Von 50-100$ alles dabei. Teilweise ist es sehr lustig einfach nur das ganze zu beobachten und sich vorzustellen, wie die Angestellten hinter dem Haus die Geldsäcke raustragen.
Heute haben wir uns mit Lino und den beiden Jungs aus New Plymouth in der Stadt getroffen und sind mit Ihnen zum Vulcanic Valley in Waimangu gefahren. Eine Mischung aus Urwald und Mondlandschaft. Geysire, heiße Quellen, Grater, Salzsäulen.... alles was das Abenteurerleben begehrt. Der Weg bis hin zum Lake Rotormahana dauerte etwa 2 Stunden. Durch Stock und Stein und mit Wanderschuhen natürlich :D (Slipper, Barfuß oder Sportschuhe)
Heute Abend waren Vici und ich noch im „Poloneysian Bath“. Da uns der nette Chinese am Eingang auch gleich klar machte, dass er Baden-Baden mit der Therme kennt, wussten wir, dass wir richtig sind. Zwischen 38 und 42 Grad heißes Wasser. So jetzt kommt es aber. Leider gibt es kein www.yousmell.com Zu gern würde ich euch den Geruch von diesen verfaulten Eiern miterleben lassen. Der killt jede Art von Geruchssinn und ist auch wahrscheinlich der einzige Grund, warum es besser ist erkältet zu sein hier (Schleimbollen), auch wenn man selbst mit verstopfter Nase noch zu viel riecht.
Wie Ihr seht, wird uns hier wirklich nicht langweilig und so werden wir uns morgen mal auf den Weg nach Hamilton machen. Der 3. Größten Stadt Neuseelands.
Pläne fürs Bunjy Jumpen und Fallschirm Springen sind übrigens auf die Sommerferien auf der Südinsel verschoben worden. Queenstown wartet dann J