Sonntag, 29. November 2009






Weihnachten, ein besinnliches Fest. Weihnachtsbaum, Winterjacke und ein Festmahl mit der Familie. Weihnachtsfeier der Lehrer: Sauftour mit Golfkurs und anschließender Stadtrallye.

Gestern war es mal wieder so weit. Ich lernte die Lehrerschaft von einer ganz anderen Seite kennen. Einer Seite von der sie Schüler hoffentlich nie zu Gesicht bekommen werden (wobei ich gerne dabei wäre, wenn es mal soweit kommen sollte). Um 2 Uhr nachmittags startete unsere zunächst kleine Gruppe von etwa 15 Personen zu einem privaten Golfkurs. Für 5€ durften wir 2 Stunden lang im Garten eines anscheinend Golfvernarrten Pensionärs spielen. Dabei war der Garten selbstverständlich auch dem entsprechend getrimmt und mit einigen schönen Startpunkten: z.B. auf einem Hügel etwa 50m über dem Garten. Um einzulochen musste man zunächst über ca. 30m Dickicht kommen, vorbei an mehreren Bäumen (selbstverständlich suchten einige schon nach wenigen Minuten den Ball).

Dabei war ich den regelmäßigen Golfern selbstverständlich gnadenlos unterlegen. Mit 26 Schlägen auch gleichzeitig +14 über Par. Nur der Schulleiter (geübter Golfer bei seinem Gehalt) hatte mit 13 eine Tiger Woods würdige Quote. Der Starkregen erschwerte das Ganze allerdings.

Fazit: Golfst du schon oder hast du noch Sex? Schöner Sport aber doch ziemlich spießig oder eher für 70+ gedacht, bzw. Singles mit einem Fabel für Bälle (haschn?).

Nach dem Golfen fuhren wir zurück zur Schule um die anderen Lehrer auf zu gabeln, die bereits in den Startlöchern standen für die Rallye. Die insgesamt auf 32 Personen angewachsene Truppe wurde in 9 Teams aufgeteilt á 3-4 Personen.

Unser Gruppenname war „Principals Pets“.Das war nicht meine Idee, um das gleich mal zu betonen. 6 Stationen folgten. Dabei ging es meistens darum, eine Strecke möglichst schnell zurück zu legen, dabei Dinge zu finden oder etwas Funktionierendes zu bauen.

Nachdem wir die 5 Stockwerke im Schulgebäude mit einem Rätsel hinter uns gelassen hatten, ging es an den See Virgina, wo wir ein Ei im Wald suchen durften, anschließend mussten wir Hulla Hupp Reifen bauen und diese so lange wie möglich oben halten können. Oder wir bauten mehrere Papierboote bei einer Station der Rallye. So erkämpften wir uns den 3. Platz.

Das Ganze Spiel hatte dabei noch 2 Besonderheiten. Zum einen verkleideten sich einige Lehrer, denn man sollte eigentlich als „typischer Neuseeländer“ auftauchen. So fand man von der Putzfrau, über den Gangster Rapper, bis hin zum Farmer alles.

Der Zweite Glanzpunkt der Rallye stellte ohne jeden Zweifel der Alkoholkonsum dar.

Mit dem Golfkurs um 2 Uhr Nachmittags begann auch die Trinkparade, die bis 24 Uhr abends andauern sollte. Dabei stolperte allerdings nur Lino über den Wäschekorb (ach wie schön Bildersprache doch sein kann). Von Bier bis Wiskey wurde so ziemlich kein Getränk ausgelassen. Und so war die Stimmung auch nach jeder Station der Rallye etwas ausgelassener. So einige Lehrer werden die letzten Gläser gestern, heute morgen wohl bereut haben. Nachdem Breanna wohl genug von Leuten hatte, die vor einem halben Jahr noch ihre Lehrer gewesen hätte sein können (kein Deutsch aber schriebe ja auch über die Kanadierin, und hey das hätten ja auch meine Lehrer sein können, wow)

Und wir Lino mit samt Eimer ins Bett gebracht hatten, trällerten wir fröhlich noch bei Singstar die Jugendlieder der Bildungselite^^. (Village People, Elvis oder Depeche Mode)

Fazit: Ich war noch nie auf einer Weihnachtsfeier einer Lehrerschaft in Deutschland aber ich kann es jedem Schüler nur dringlichst empfehlen. Schüler, wenn ihr mich hört, dann tut es jetzt. Es kann euer Leben komplett verändern, bzw. eure Schulnoten für die kommenden Jahre.

Den ersten Advent beschlossen Vici und ich mit einem kleinen Ausflug an die Westküste. Dabei waren wir an einigen Stränden und ich bin noch ein wenig surfen gegangen. Nachdem unser Spot allerdings direkt am Riff lag, blieb es bei einer halben Stunde im Wasser. Die Wellen waren allerdings um einiges besser, als in Wanganui.

Die letzte Woche wurde mit den „Junior Exams“ abgeschlossen und wir hatten dabei eigentlich den kompletten Tag frei, da unsere Klassen sich das Hirn zermarterten.

Das 2. Volleyball Tunier der Häuser am Freitag gewann ich sogar mit meinem Haus. Wobei vermutlich selbst das schlechteste Team aus dem MLG noch besser gespielt hätte als unser Siegerteam. Motto war: Bekommt den Aufschlag und ihr gewinnt das Spiel!)

Am Freitag abend waren wir zudem noch in Palmerston North um mit Breanna ihren 18. Geburtstag zu feiern. Wie ihr seht, mangelt es uns hier nicht an Gründen zum feiern.

Noch 2 Wochen Schule bis zu den großen 2 Monate langen Sommerferien. Und nur noch 4 Wochen bis Weihnachten.

Donnerstag, 26. November 2009




„Ich kaufe ein O für Awesome.“ Es gibt auch hier Menschen beim Glücksrad, die es noch nicht ganz so verstanden haben.

So nachdem mir mal wieder ein glänzender Einstieg gelungen ist, habe ich mir heute mal vorgenommen, die Unterschiede im Schulsystem auf zu zählen.

Während man hier in der Schule arbeitet, vor allem in den ersten Wochen, fallen einem immer mehr Unterschiede zum Deutschen System auf. Dabei sei mal vorweg genommen, dass man allgemein nicht von einem besseren oder schlechteren System sprechen kann, sondern einfach nur von einem ganz anderem.

Es fängt mit den Klassenräumen an. Jeder Lehrer hat seinen eigenen Klassenraum und richtet ihn dem entsprechend auch ein. So müssen die Schüler wandern und bleiben schön in Bewegung. Wird in Deutschland zwar auch gemacht aber nicht häufig. Damit kann jeder Lehrer seinen Unterricht besser vorbereiten und hat alles an einem Fleck. Dabei kann ich mich noch gut an eine voll bepackte Frau Strohm erinnern, die über den Flur gehechelt kam mit Beamer, Laptop, Dictionary und Heften unterm Arm.

Ganz an das britische System angelegt, sind Schuluniformen hier Pflicht. Finde ich persönlich gut. Man erkennt sofort, wer auf welcher Schule ist, es gibt keinen „Marken-Wettlauf“ in der Schule, wer die neuesten Schuhe oder Hosen hat. Dabei wird auch kleinlich darauf geachtet, dass die Schüler die vorgeschriebenen Kleidungsstücke auch tragen. Schwarze Schuhe (ohne Markenaufdruck), schwarze Hosen, für Mädchen karierte Röcke, sowie Hemden mit Krawatte oder Blusen. Sieht elegant aus und es hat den Vorteil, dass die Jungs auch schon vor Ihrem „Abschlussball“ eine Krawatte binden können.

„Prize-Giving“. Bücherpreise? Weit gefehlt. Pokale, fast zu schwer zum tragen? Richtig. Auch wieder ganz in britischer Tradition werden hier für die kleinste Dinge Preise verliehen. Der Beste aus jeder Klasse in jedem einzelnen Fach erhält einen Preis. Auch Sonderpreise für besonders gute oder herausragende Leistungen gibt es natürlich. Selbstverständlich sind auch die Sports Awards sind nicht zu vergessen, bei denen ich heute Abend Bilder machen darf. (einmal Bilder machen, immer Bilder machen ^^)

Geld. Zwar habe ich mittlerweile herausgefunden, dass es nur den Anschein macht, als haben die Schulen viel mehr Geld zur Verfügung als in Deutschland, doch die Einrichtung spricht immer noch für sich. Die vielfach erwähnten 2 MacRäume mit den neusten Equipment, sowie neue Datenkabel im Wert von knapp 150 000$, die im Dezember verlegt werden, sprechen für sich.

Der größte und für mich wichtigste Unterschied: Alle Lehrer können mit dem PC/Mac umgehen. Auch wenn ich mich wiederhole: Stellt euch einfach mal ein Lehrerzimmer vor, indem morgens 40 Lehrer mit weisen MacBooks sitzen. Die Kommunikation stimmt, da man einfach den Ichat benutzt, anstatt von Zimmer zu Zimmer zu rennen und Klassenbücher sind bei Programmen namens „Kamar“ überflüssig. Alles wird auf Servern gespeichert, sämtliche Klassenlisten, Events, besonderen Vorkommnisse.

So könnte man unzählige weitere Dinge aufzählen. Viele Methoden kommen einem fast schon wie selbstverständlich vor, wenn man sieht, dass es ja so auch geht.

Dabei sei aber auch erwähnt, dass ein College sich grundsätzlich unterscheidet vom deutschen „3-Schulen-System“.

Genug Bildungsphilosophie betrieben. Was haben wir denn erlebt in den letzten Tagen?

Gestern gab es im Hostel die „Secret Santa Claus“ Party, bei der nach Wichtel Art, jeder eine Person beschenken durfte, deren Name er vorher aus einem Pot gezogen hatte. So kam es, dass Lino von mir ein Blechschild mit der Aufschrift: „My Porsche is in my garage“, bekam und einen Aschenbecher. Vici bekam von Kupe ne Putzbürste und eine Babyflasche. Wir waren auch ratlos, für was die wohl sein soll^^. Der wieder rum bekam ein Sparschwein und eine eigene Tasse von Vici. Ich wurde mit einem Zauberwürfel und „Tier-Ballon-Ausrüstung“ (haschn?) beschenkt.

Kevin verkleidete sich als Santa und machte mit verspiegelter Sonnenbrille seinem Ruf als Santa alle Ehre.

Nach einem festlichen Essen, bei dem jeder seine Böller zündete, die mit Luftschlangen gefüllt waren und über dem Essen verstreut hatte, wurde mir dann wieder bewusst, dass ich ja Duty hatte. So standen wir dann noch eine Weile in der Küche anschließend.

Heute morgen packte ich mit Kupe die Surfausrüstung und wir wollten zum Strand. Sind wir auch. Bei sturmartigen Böen und schwarzem Himmel waren die Wellen aber nicht wirklich toll. Daher haben wir dann erfolglos umdreht.

Heute abend findet wie schon erwähnt die „Sports Award“ Feier statt, bei der ich als Fotograf agieren darf. Am Samstag ist „Staff-Christmas-Party“, bei der wir sogar einen kostenlosen Golfkurs bekommen. Wie man sieht, nähert sich das Ende des Schuljahre und zugleich ein Weihnachten am Strand.

Sonntag, 22. November 2009




Nur der frühe Spatz fängt den Wurm. Nur der schnellste Hai bekommt den Surfer. Nur der Stärkste gewinnt die Bodybuilder WM. Nur der dickste Bagger schaufelt am Meisten... Ok, ich höre damit auf. Wie dem auch sei, am frühen Samstag morgen ging es raus aufs Meer. 6 Uhr hieß es Aufstehen, 6. 30 Uhr war das Auto gepackt und dann ging es ans Wellen suchen.

Dazu sei gesagt, dass wir zu dritt (Lino, Kupe und ich) mit 2 Surfboards und einem Bogyboard raus gefahren sind. Dem entsprechend voll war das Auto. Tetris Spieler waren im Vorteil.

Wanganui hat sich nicht als das perfekte Surferparadies rausgestellt, soviel sei verraten. Am Hauptstrand waren kaum Wellen und entlang der Küste gen Osten brachen sie zu spät. Dabei haben Vici und ich allerdings schon vor einigen Wochen den Kai Iwi Beach entdeckt. Einen von Einheimischen, wie auch Touristen gut besuchten Strand im Westen von Wanganui. Dort machten die Wellen einen guten Eindruck, zumindest für uns Anfänger. Es hat zwar etwas geregnet und war trotz Neoprenanzug immer noch „angenehm“ frisch aber dies kann einen Surfer ja nicht davon abhalten ins Wasser zu springen.

Man stelle sich also 2 blutige Anfänger im Wetsuit und Board unterm Arm über den Strand watschelnd vor morgens um sieben.

Die Wellen waren am Anfang enttäuschend, wurden aber nach einiger Zeit immer besser. Dabei brachen sie aber wie eine Wand vor einem ein und gaben einem maximal Schwung für 5 Meter. Nichts desto Trotz hatte ich meine ersten „Geh (Steh) Versuche“. Mehrere Male stand ich sogar für einige Sekunden auf dem Board aber dann war auch schon wieder Schluss mit der Welle und einige Male hat es mich dank meiner noch nicht ausreichenden Beschleunigung einfach weg gespült. Waschmaschinen Feeling.

Die Wellen waren mit 1-2m Höhe aber garnicht mal so übel für einen Anfänger. Nach knapp 2 Stunden war dann aber Schluss. Denn nach einiger Zeit spürt man die Kälte dann doch ganz schön.

Heute Mittag fand in der Stadt eine Christmas Parade statt. Bei über 20°Grad und Weihnachtsmännern auf der Straße kommt man sich etwas lächerlich vor. Aber schließlich träumt man hier noch von weißer Weihnacht. Haben wird man sie wohl erst, wenn die nächste Eiszeit vor der Tür steht (was hoffentlich noch auf sich warten lässt). Dabei bestand die hälfte der besagten Parade eigentlich aus Werbeslogan und hatte eher nebensächlich etwas mit dem heiligen Fest zu tun.

Die letzten Tage verliefen sehr ruhig. Vicis Job bereitet ihr von Muskelkater im Unterarm, bis hinzu Handgelenk Schmerzen ansonsten keine weiteren Unannehmlichkeiten. Die Schule scheint sogar sauberer zu sein, als jemals zuvor. Wohl dank der älteren Schüler, die schon in Ferien sind, auf Grund der Prüfungen.

Am Freitag hatte ich die ehrenvolle Aufgabe Ringbücher zu erstellen. Diesmal waren meine Kopierkünste nicht ganz so gefragt aber dafür mein Fingerspitzengefühl, was „Buchbindung“ angeht.

Nach einer kleinen Stadtführung mit Grants Klasse zum Thema Architecture gab es in der letzten Unterrichtsstunde noch ein Volleyballtunier Lehrer vs. Schüler, bei dem die Lehrerschaft gewann. Ich persönlich war ja für ein GapStudentTeam. Aber mich fragt man ja nicht. ^^

Die Fotografin für „wie-stürzt-man-am-blödesten-von-einem-Surfbrett“ war heute morgen noch nicht erreichbar, da der Termin zu früh gelegt war. Um Bilder zu vermeiden, werden wir versuchen es dabei zu belassen und sie hoffentlich in ihrem Bettchen bleiben um mich nicht bei „die lustigsten Homevideos“ an zu melden.

Mittwoch, 18. November 2009




Zahl des Tages: 2925. Nein, ihr müsst mir nicht zu einem Lottogewinn gratulieren, es sind die die Lottozahlen. Gestern bekam ich die ehrenvolle Aufgabe doch mal für alle 9. Und 10. Klassen ein „Revision book“ zu erstellen für ihre Prüfungen. Dabei gibt es allerdings doch über 220 Schüler in der Stufe und selbst auf A5 runtergestuft, sind es immer noch 13 Blatt pro „booklet“. Damit kommt man nach Adam Riese auf 2925 Kopien. Alleine heute habe ich schon 2 Stunden vor dem Kopier verbracht und werde das morgen vermutlich wiederholen. 38,72 sec. Benötigt der Kopierer für das Erstellen eines „booklet“. Das macht 2,42h nur für das Kopieren, ohne alle 5 min aufblinkende Fehlermeldungen mit eingerechnet oder das ständige Nachfüllen der Maschine. Schon eingenickt vor lauter Langeweile? Für alle Menschen, die es doch bisher geschafft haben, gibt es einen Applaus * Applaus *.

Wie vermutlich jeder schon bemerkt hat, ist in den letzten Tagen nicht viel Spannendes passiert. Neben dem knarrenden Kopierer, habe ich Vici geärgert, war beim Karate oder habe gelesen, mit Grants Kreditkarte Batterien bei Warehouse gekauft oder war Zwecks des Themas Indien thailändisch essen (Paradox). Alles nicht weltbewegend.

Ein Projekt in der Schule war dabei aber doch erwähnenswert. Am Montag durfte ich mal wieder Fotograf spielen. In Woodwork haben die Kids über einige Wochen hinweg Minikanonen gebaut. Jetzt durften sie damit Krieg spielen. Wer schafft es am weitesten? Wer kann die meisten „Gummi-Vietnam-Veteranen-Männchen“ umnieten? Das war ungefähr die Aufgabenstellung für die Stunde. Ich kann an dieser Stelle verraten, dass man mit dieser Zielgenauigkeit keinen Krieg gewinnen würde. Nicht einmal die Plastikkrieger waren beeindruckt. 3 Männchen in einer Stunde fielen (vom Tisch). Dabei hatten die Minikanönchen aber eine ziemliche Durchschlagskraft. 15m flog die weiteste.

Witze über den Deutschen im Raum blieben natürlich nicht aus. Ich versicherte Ihnen aber keine Kriegspionage zu betreiben. Ups...

*Die Jungs auf dem Bild sind gerade dabei die haka zu machen. Eine Maori-Tradition bei Begrüßungen/festlichen Angelegenheiten oder Kriegen. Heut zu Tage auch noch vor Rugbyspielen bspw.

Sonntag, 15. November 2009





Hallo erstmal, also ich weis ja nicht, ob sie's schon wussten aber an diesem Wochenende ging es nach Auckland um mein Surfboard abzuholen. Mit dem Auto sind es etwa 6 Stunden Fahrt, sofern keine Schafherden auf der Straße ihre Weide suchen oder nette „Lollypopmänner“ mit einem rießen „Stop!!!-Lolly“ einem das fürchten lehren. Aber auch an sonsten ist so eine Fahrt immer etwas besonderes und man könnte tausend Geschichten erzählen. Aber schließlich wollen wir uns ja auch noch was für den Kaffeeklatsch nach der Rückkehr aufheben.

Mein Russisch hat sich dabei aber um ganze 6 Sätze erweitert. So kann ich zumindest nachdem ich gesagt habe, dass ich zwar kein Russe bin aber russisch sprechen kann (wobei mir das erste wohl jeder abnimmt im Gegensatz zum letzteren), mich auch noch vorstellen und sagen woher ich komme und wie alt ich bin. Wenn ich auch die ganze Hin- und Rückfahrt an den Sätzen gefeilt habe und sie sich immer noch anhören, als würde ein Kleinkind seine ersten Worte lernen, so hat Vici doch immer geduldig mit mir geübt.

Der Samstag bestand zu einem Großteil also aus der Fahrt nach Auckland. In einem Vorort haben wir dann den Verkäufer mit meinem neuen Board getroffen und die „Übergabe“ hat dort statt gefunden. Bis jetzt kann ich nur sagen hat sich das Geld mehr als gelohnt. Sieht sehr gut aus und als Billabong Board sollte es auch was taugen.

Nachmittags sind wir noch die Strände abgefahren in Auckland und Umgebung, wobei es zum Baden immer noch zu kühl ist. Eine Stunde haben wir uns aber doch am Strand gegönnt und sind vor lauter Enthusiasmus auch gleich mal eingeschlafen am Strand.

Nachdem wir spekuliert hatten in die „-5°Grad-Bar“ zu gehen, haben wir uns am Abend mal auf gemacht in die Stadt. Der Name der Bar ist Programm und so hat es dort frostige -5°Grad. Gleichzeitig ist alles aus Eis, selbst die Gläser. Man darf dort allerdings nur eine halbe Stunde bleiben (wahrscheinlich sind ein paar Miniröcke dort unten erfroren) und es kostet knapp 30$ Eintritt. Das hat uns dann doch abgeschreckt und wir haben nur eine kleine Runde gedreht und sind früh schlafen gegangen.

Heute ging es den ganzen schönen Weg wieder zurück nach Wanganui. Zuvor ein kleiner Abstecher auf den Mt. Wellington, der vor Auckland liegt und früher ein Vulkan war.

Zudem haben wir unseren Trip über die Südinsel in einem Monat komplett geplant. Jetzt heißt es nur noch buchen uns reservieren. Denn die anderen werden auch alle da sein ;)

Schade, dass Frau Müller nun gebanned wurde für Ihre unverschämte Frage J Selbstverständlich würde Vici so etwas niemals schreiben.

Zu der Traveller Scheck Geschichte:

Man stelle sich vor, dass man einen Großteil seines Geldes in Euros hat. Diese von einem fürsorgenden Banker in Schecks umgewandelt werden. 2 Dinge sind dabei aber tückisch. Zum einen sind sie in Australischen Dollars und zum anderen sind es jeweils „nur“ 50$ pro Scheck. Jetzt überlasse ich es mal eurer Fantasie, was eine Durchschnitts Angestellte bei einer neuseeländischen Bank wohl alles in Bewegung setzt und wie viele Mitarbeiter man benötigt um wohl gemerkt bis heute nur ein drittel des Geldes auf ein Konto einzuzahlen. Dabei wurden die Schecks 12 Mal nachgezählt ^^

Neuigkeiten aus Nz:

Die neuseeländische Fußballnationalmannschaft hat gestern gegen Bahrain gewonnen und ist damit das 2. Mal in der neuseeländischen Fußballgeschichte in die Vorrunde der WM 2010 in Südafrika eingezogen.

Wer Specialeffects liebt, der sollte sich „2012“ im Kino anschauen. Story solala aber die Welt geht dort zumindest bombastisch schön unter J


Freitag, 13. November 2009




Für 30.-€ die Woche dürfte man auch mal ein Päuschen einlegen. Aber von wegen. Die Preisverleihung am Mittwoch war der Höhepunkt des Schuljahres für Schüler, wie auch für die Lehrerschaft. Mit Preisen wurde nicht gerade sparsam umgegangen und so durfte ich auch fast 3 Stunden erstmal Bilder schießen von glücklichen Kindern mit Trophäen, die größer zu sein schienen, als sie selbst.

Natürlich darf auch ein kleines "Trinkpäuslein" nach der Verleihung nicht fehlen. Dabei standen aber weder Paulaner noch Wäschekörbe im Weg (kleiner Insider am Rande). Schließlich haben die Lehrer doch auch was zu feiern und dürfen sich über weniger Unterricht in der kommenden Zeit freuen, da ihre Senior students schließlich nciht mehr da sind. Obwohl diese erst in der kommenden Woche ihre Examen schreiben. Also heißt es immer noch pauken, pauken, pauken.

Gestern waren Vici und ich zu einem Barbecue eingeladen zusammen mit den "international students". Um mal kurz zu erläutern, was es mit den "international students" auf sich hat, mache ich mal einen kleinen Schwenk. Vor allem Schüler von den Pacific Islands, sowie von Asien (China, Korea, Japan) oder Indien kommen bevorzugt nach Neuseeland, um dort ihr Englisch verbessern zu können. Ein Aufenthalt kann dabei einige Monate bis hinzu 5 Jahren dauern, nicht selten gefolgt von einem Studium hier in Neuseeland. Für die Schulen hier ist das eine sehr wichtige Einnahmequelle, denn für einen einjährigen Aufenthalt müssen die Eltern nicht Weniger wie ca. 9000€ locker machen. Dabei sind das nur die Schul- sowie Accommodationkosten. Man kann sich also auch gut ausrechnen, wie mit 15 "international students" auch plötzlich ein neuer Mac room vor der Tür steht.
Dabei ist Pat (HOD Social Studies), der auch unser Ansprechpartner an der Schule ist, wohl auch Einnahmequelle Nummer 1.
Dafür kann man auch mal ein kleines Barbecue am Abend geben, dass wirklich sehr schön war.

Gestern hatte ich außerdem das Vergnügen unser Schuldach mal zu besuchen. 10 OS (für Osborne-geht also nach Klassenlehrer) mit denen ich die meiste Zeit der Woche verbringe, sei es in Englisch, Mathe oder Kunst, hat mit dem Thema Architecture einen Grund gefunden, das Dach zu besteigen. Als besorgte Bewohner allerdings im Schuloffice anriefen, wurde die ganze Aktion dann doch abgebrochen. Aber war eh schon zu spät ^^.

Kleine Notiz am Rande: Wurde zum "Warrior of the week" gewählt diese Woche. Eine Wahl, die jede Woche getroffen wird und ein Dankeschön für Überstunden oder besondere Leistungen sein soll. Da ich meinen Finger wundgeklickt hatte bei den Bildern, wurde mir diese Ehre überraschend zu teil ;)

Mittwoch, 11. November 2009




Liebe Menschen da draußen,

wie ich doch weiß, seid ihr ganz heiß auf neue Infos aus dem schönen Ländchen hier. Ich entschuldige mich im Namen der Siehl-hat-einen-Blog-Corporation für eine längere Abstinenz, was die Geschäftsphilosophie unseres 2 Mann (tschuldigung Vici^^) betrifft.
Natürlich versuchen wir Sie sofern es uns möglich ist, ständig auf dem neusten Stand zu halten.

Die letzten beiden Tage standen ganz im Zeichen des "Senior Prize Givings" am heutigen Abend. Dafür wurden etliche Vorbereitungen getroffen in den letzten Tagen und Wochen und wir sind natürlich auch mit einbezogen worden in die Planungen. Dabei darf ich als Fotograf agieren heute Abend und die liebe Kinderchen mit Ihren Preisen fotografieren. Für jeden der Harry Potter gelesen hat, dürfte das System schon bekannt sein. Ganz in englischer Tradition gibt es verschiedene "Häuser", die am Ende des Jahres gewürdigt werden oder eben nicht und die heraus ragenden Schüler in den jeweiligen Fächern werden selbstverständlich auch gewürdigt. Für die Lehrer ist es eher ein große Party, denn endlich gibt es mal wieder was zu feiern und noch dazu verlassen die "13er" die Schule und das bedeutet selbstverständlich weniger Arbeit für die Lehrerschaft.

Was passt zu dieser Beschreibung? 6`8'' , Billabong, Leash and fines... genau ein surfboard. Genau dieses habe ich nämlich vor 2 Tagen ersteigert bei "trademe.co.nz" für 450Nz$. Fast neu und in sehr gutem Zustand. Einziges Problem, man muss es in Auckland abholen. Dafür werden Vici und ich wohl einen kleinen Ausflug unternehmen in den Norden am Wochenende.

Vici hat mir ihrem Job angefangen im girls college in der Stadt. Dabei darf sie einige Räume putzen, wobei man es wohl nicht so genau nimmt mit der Reinlichkeit. 2 Stunden am Tag scheint auch die gerade eine Menge Zeit zu sein, um alles auf Hochglanz zu polieren. Dafür gibt sie aber ihr Bestes :)

Die Planungen für die Ferien nehmen immer mehr Form an. Im Moment sind wir uns aber noch nicht sicher, ob wir mit dem Flugzeug runter fliegen nach Christchurch oder die Fähre nehmen, da es eine Menge an Angeboten gibt und es zudem noch von einigen Gappern aus dem Süden abhängt.

Was macht denn das immer kälter werdende Deutschland? Nur zu eurer Befriedigung. Hier ist es cold as ^^

P.S. (Franzi): Mein Bart ist noch nicht sonderlich ausgewachsen, sodass man mich als verwilderten erkennen könnte auf Bildern, allerdings vermute ich, dass es für Vici schon genug Bart zu sein scheint ^^

Montag, 9. November 2009




Samstag, 5:24:23, Wanganui und die Frisur hält. Zumindest noch. Man könnte mal wieder die Haare schneiden, fällt mir dabei ein. Im „M“ovember lassen sich einige verrückte und zugleich doch hilfsbereite Menschen (schließlich für einen guten Zweck) ein Bärtchen wachsen. Haare schneiden scheint also nicht verboten zu sein. Aber die Faulheit.

Aber hinweg von den kleinen Alltagsgedanken. Die letzte Woche hatte einiges zu bieten. So waren wir am Dienstag im Kino in „This is it“ (Michael Jackson). Man darf wohl nur hartgesottenen Fans erzählen, dass wir die Karten schon vor 4 Wochen erstanden haben. Schließlich läuft der Film ja nur 2 Wochen. Dafür meiner Meinung nach sehr empfehlenswert. Kupe, Vici und ich fanden ihn toll. Ein Perfektionist am Werk. Also jeder, der MJ’s Musik mag oder auch sogar ein Fan ist. Ein Muss. (kleine Promotion Aktion hier ^^)

Am Mittwoch durften wir „Gapper“ mit den International Students nach New Plymouth fahren. Dort verbrachten wir einen halben Tag mit Ihnen, an dem wir ein Museum besuchten, den Mt. Taranaki zumindest von der Talstation aus bestaunen konnten, sowie zu einem „historischen“ neuseeländisches Dorf vom 19. Jhrd. fuhren.

New Plymouth war schließlich auch schon am Wochenende zuvor einer der Ausschlag gebenden Gründe für mein Vorhaben ein surfboard zu kaufen und surfen zu lernen. Daher habe ich mich die ganze letzte Woche bei „trade me“ (Nz ebay) schlau gemacht und bei einigen Auktionen ein wachsames Auge drauf geworfen. Zumindest eine „How to do – surfing“ DvD fiel dabei schon mal für mich ab.

Das Wochenende verlief bis jetzt eher ruhig. Ein kleiner Ausflug nach Palmerston North gestern, eine Live Band im Stellar’s, sowie einmal „Illuminati“ und „Twilight“ (sehe ich aus wie Robert Patterson?) anschauen, waren auch das höchste der Gefühle.

Vici hat mit Hilfe von Kupe einen kleinen Job gefunden. 10 Stunden in der Woche in einer Schule putzen. Zumindest die Miete und das Essen sollten damit gedeckt sein. Wahrscheinlich etwa 520 Nz$ im Monat.

Im Dezember werde ich vermutlich meinen ersten Wettkampf mit meinem Karateverein hier in Neuseeland haben. Im März planen sie nach Perth (Australien) zu fliegen, internationalen Wettkämpfe, bei denen einige Trainer für das Nz-Nationalteam nominiert wurden.

So wird es einem nur selten langweilig hier unten. Es gibt immer noch viel zu entdecken, auch wenn nach 2 ½ Monaten eine Art Routine und Alltag eingekehrt sind.

Zudem haben wir mit unseren Planungen für die großen Ferien auf der Südinsel begonnen. 4 Wochen, ca. 5 000 km, Attraktionen, Natur, neue Menschen kennen lernen, alte Bekannte treffen.

Seid gespannt J

Montag, 2. November 2009




Liebe "Menschen-die-ihr-auf-der-anderen-Seite-der-Kuge-wohnt",

eine weitere Woche hat Ihren Abschluss gefunden. Dabei war die Schule wie gewohnt, das Hostel hat sich verdreifacht (dazu gleich mehr) und Vici und ich haben weitere schöne Plätze in der Umgebung erkundschaftet.

Das wohl Spannendste am Alltag der letzten Woche war vermutlich der Umzug des Hostels. Die Kids sind mit Daryl (Housemaster), der auch gleichzeitig Hostelmanager ist in eine neue Bleibe gezogen in der Nähe der Schule. Dazu sei gesagt, dass unsere alte Bleibe etwa für 80 Personen zu Hochzeiten ausgelegt war, wohingegen etwa nur 15 Plätze besetzt wurden. Daher wurde die erste Hälfte verkauft und auch schon von neuen Mietern bezogen. Das war auch der Grund für meinen Umzug nach den letzten Ferien. Nun sind die Kinder umgezogen und nur Kevin (Housemaster) und Gayline (Housemaster) sind mir ihren Kindern noch hier, sowie Lino, Breanna und ich. Somit haben wir etwa 30 Betten für uns, riesige Räume, indenen man sich grade noch etwas verloren vorkommt. Einen großen Essensraum, eine Industrieküche, sowie eben einem Hostel entsprechende Räumlichkeiten für 30 Personen.

Wir werden hier zunächst einmal wohnen bleiben, bis auch unsere Hälfte des Hostels verkauft wird. Plan für das kommende Jahr scheint zu sein, jeweils einen Housemaster und einen GAP-Student in einem der drei Häuser wohnen zu lassen. Neben dem neuen Hostel ist nämlich auch noch ein neuer Bereich grade in der Bauphase.

Gestern haben Vici und ich uns zu einem kleinen Ausflug bewegen (bewegen-Auto-haschn?^^) lassen. Von Wanganui aus nach Westen über den Surfer Highway, der seinem Namen alle Ehre macht, nach New Plymouth an der Westküste. Mit knapp 50 000 Einwohnern etwa so groß wie Wanganui oder Baden-Baden, hat NP doch den einzigen Tiefseehafen an der Westküste neben Auckland. Nicht nur für den Handel ist es daher wichtig, sondern auch für den Tourismus, der vor allem Surfer in die Gegend treibt. Wundervolle Strände, strahlendes Meer, Mt. Taranaki (>2500m), sowie viele Sehenswürdigkeiten in und um die Stadt locken viele Menschen nach New Plymouth.

Lebensmüde und Tollkühn wie Vici und ich zu sein pflegen haben wir uns gewagt den Paritutu Hill zu besteigen. Wer sich unter diesem Namen nur einen zu groß gewachsenen Bremshubbel vorstellt, ist leider an der falschen Adresse. Mit meiner Schätzung nach etwa zwischen 100-150m hoch hat man von ihm eine grandiose Sicht über die Stadt und raus auf das Meer. Dabei ist auch die Besteigung eine Herausforderung und nichts für schwache Nerven. „Treppenstufen“ von der Höhe eines ausgewachsenen Pitbulls, die allerdings in dem verklüfteten Gestein sowieso die Ausnahme stellten, sowie eine Horde entgegen stolpernder Inder machten es zu einem abenteuerlichen Erlebnis.

Sofern man noch kein Surfer ist oder vorher den Gedanken an ein eigenes Surfbrett immer verworfen hat, so wird man spätestens in diesen Momenten weich. 700$Nz kostet ein Surfbrett mit Wetsuit, sofern man Glück hat. Einen Tag ausleihen wird dafür auch schon mit 80$Nz veranschlagt.

Nachdem sich mein Kopf seit Sonntag morgen anfühlt, wie ein überkochender Topf mit Kartoffeln, wobei ich meinen Kopfinhalt natürlich nicht mit dem im Boden wachsenden Nahrungsmittel vergleichen möchte, war der Sonntag ein entspannter Tag, an dem wir lediglich eine Runde Minigolf gespielt haben.


News: Der "M"ovember ist angebrochen. Das "M"steht für Moustache. Für einen guten Zweck lässt sich jeder einen Bart wachsen einen Monat lang. Daher hatte ich gestern wohl meine letzte Rasur im November. Urmenschheit ich kommen!