Samstag, 23. Januar 2010






Nur verschwindend gering erscheinende 3 Tage sind wir schon wieder in Wanganui und schon kommt es mir vor wie eine halbe Ewigkeit. So viel habe ich euch zu erzählen und es ist oftmals schwierig es alles schriftlich fest zu halten, doch schließlich ist es ja nur vorüber gehend und ihr wollt bestimmt auch noch einige lustige Geschichten hören, wenn Vici und ich wieder kommen.

Anfangen werde ich mit der Fähre von Picton rauf nach Wellington. Man stelle sich eine Fähre vor, die wohl größer ist, wie jedes Gebäude auf der Südinsel oder zumindest einmal in Picton und mit Güterzügen, LKW`s und Campern voll bepackt, schwer ist wie ein Riesentanker. Und nun stelle man sich einfach vor, wie dieses Riesenschiff von den Wellen einfach zum Spielball degradiert wird. Der Wind und die damit verbundenen 3-4m hohen Wellen machten Vici und meinem Magen ganz schön zu schaffen. Zunächst standen wir noch vorne am Fenster und freuten und wenn das Wasser bis rauf über die Brücke spritzte. Doch nach einiger Zeit, wohl gemerkt 3 Stunden Fahrt, hatte man genug von dem ständigen Freifallgefühl und dem anschließendem Ächtzenden Geräusch des Schiffrumpfes. Schön waren überall die Kotztüten trapiert, sogar geöffnet in den Waschbecken der Toiletten. Man kann ja nie wissen.

Dies war also unsere Überfahrt auf die Nordinsel.

Die folgenden drei Tage in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, verbrachten wir relativ ruhig. Wir besuchten die Weta Studios, am Flughafen Wellingtons gelegen. Dort wurden die Kostüme, die Animationen, die Miniaturen von sämtlichen Gebäuden und Lebewesen, das Maskenbild, und vieles mehr von Filmen wie der Herr der Ringe Triologie, King Kong, Die Chroniken von Narnja, I Robot, Van Helsing, Halo oder Avatar geschaffen. Die Studios wuchsen von einstmaligen 10 Mitarbeitern auf ca. 100 an. Dabei gibt es schier alles dort. Von Holz-, über Metall-, über Kunststoffwerkstätten, Schustern, Schneider, Designer, Maskenbildner oder Maler. So viel kreative Köpfe auf einem Haufen sieht man wohl nur selten. Doch hierbei sind die Neuseeländer und der Gründer Taylor bescheiden geblieben. Neben „Industrial Light and Magic“ von George Lucas und Sony Picture Imageworks zählt Weta Digital zu den wichtigsten Unternehmen für Spezialeffekte der Welt. (so Wikipedia)

Nichts ist von dem Prunk und dem Showgeschäft, der Konkurrenz bei den Weta Studios in Wellington zu sehen. Nur ein Schild vor dem unscheinbar wirkenden Komplex weist darauf hin, um was sich sich bei dem Gebäude überhaupt handelt. So kann man einige Unikate in einem winzigen Museum bestaunen oder sich einen 20 minütigen Film über die Studios ansehen. Sehr sympathisch. Nur 10 min entfernt davon liegt das Schiff noch an, welches für den Film King Kong benutzt wurde. Und alles scheint fast in einem privaten Rahmen gehalten zu werden.

Selbst die Busfahrt dorthin war ein Erlebnis. Nachdem wir fast jeden Bordstein mitnahmen in sämtlichen Kurven und es keinem auf zu fallen schien außer Vici und mir, fielen wir nach einem lauten Knall definitiv als Touristen auf. Der laute Knall, der wiederum keinen zu stören schien, kam von den Verbindungsstäben zum Strom am Dach. Der Busfahrer (oder Busfahrerin, man wusste es nicht so genau) schien ebenfalls recht routinevoll seine Handschuhe zu holen und das ganze wieder in Ordnung zu bringen. Das liebe ich an den Kiwis. Die Gelassenheit und die Freundlichkeit.

In Deutschland wären vermutlich Stänkereien, wenn nicht sogar Klagen nicht ausgeblieben.

Im Te Papa Nationalmuseum am folgenden Tag besuchten wir den High Ride. Ein Kino in dem man nicht nur die Freizeitaktivitäten der Neuseeländer sieht, sondern fühlt, indem die Sitze sich bewegen und man ganz schön durch geschüttelt wurde.

Eine 14m länge Satellitenaufnahme von Neuseeland, beleuchtet auf dem Boden, gehörte ebenfalls zu der Ausstellung. Ebenso wie ein 14m langer Screen, auf dem man Bilder von Monitoren laden konnte oder selbst geschossene Werke hochladen durfte. Das ganze mit einer Fernbedienung, die einem erlaubte die Bilder zu bearbeiten, die überlebensgroß erschienen und sie so oft herum zu schieben, wie man wollte. Einmalig sei dieses Wunderwerk der Technik weltweit und mit einigen Mio. $ wohl auch einmalig teuer. Der gepostete Link vor diesem Eintrag zeigt den Screen mit unseren Fotos darauf.

Nun aber zur erfreulichsten Nachricht der letzten Zeit. Die 3 Tage Wanganui wurden auch gleichzeitig zu Vicis ersten 3 Arbeitstagen im Restaurant „Indigo“. Die Service Chefin, eine Deutsche mit russischem Akzent passt ja fast wie angegossen (haschn?). Vici arbeitet dort zunächst Teilzeit und ab Februar vermutlich Vollzeit. Mit 12,50 Nz$ ist es im Moment noch beim Mindestlohn von Neuseeland aber dies wird sich mit der Zeit ändern. Die Kollegen scheinen nett zu sein und die Kundschaft auch. Da kann doch fast nichts mehr schief gehen. Vici hat sich schon die Füße wund gelaufen und hat schon in 4 Tagen bald ihre 30 Stunden abgearbeitet. Ich hingegen übernehme den Haushalt mit Wäsche, putzen, Einkauf oder kochen. Wobei mir natürlich auch Kupe oder Vici so gut es geht helfen.

So, jetzt muss ich aber mal den Kühlschrankenteisen. Der Haushalt ruft. „Das bisschen Haushalt macht sich doch von allein, das bisschen Haushalt.......“ ;)

4 Kommentare:

  1. Bist du heilig geworden oder warum ist jetzt die Schrift schwarz und der Hintergrund WEISS? :D

    Komm mal in die SWR Werkstätten ^^ da Wuseln auch einige Leute rum.. 100 werden es nicht ganz sein und Schuster gibt es auch nicht (Sorry Vici ^^), aber das ein oder andere Wunderwerk bringen die schon zustande :-P

    Was ist der tatsächlich kürzeste Mantawitz aller Zeiten? Nicht etwa der "Manta vor der Uni" - Der Manta-Diesel...

    tja.. also auch mit dem zweitkürzesten seh ich schwarz für dich lieber Seb :-P

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  2. ein wiedersehen im frischen layout ^^
    dem bericht nach muss man ja froh sein, dass ihr diese schifffahrt (mit 3f) wohl überstanden habt und ihr demnach eher nicht zu denen gehört habt, die das essen wieder über bord geworfen haben (?) ;)

    zu dem job kann ich hier nur nochmal gratulieren, hat mich sehr gefreut :) aber ich werd ja eh nochmal genauer hören, wie das so alles zu stande gekommen ist, ne, vici ;P
    hoffentlich ist die kundschaft im café aber nicht zu nett, seb, wobei, einem hausmann kann man ja eh nicht widerstehen ;)
    viele grüße :)

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  3. Das Indigo Cafe sieht ja richtig gemütlich und nett aus. Ich habe mir gerade mal die Internetseite angeschaut. Der Cappucino sollte jedoch ohne Kakaopulver serviert werden.

    Guten Start liebe Vici.

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