Freitag, 9. April 2010







































































„Goodbye New Zealand!“ Für zwei Wochen geht es nach Sydney. Die Hauptstadt des großen Nachbarkontinents. Wüste, wundervolle Strände, Sonnenschein, Surfer, Aboriginies, Kängurus und Bumerangs. Ist es nicht das typische Bild, was wir alle im Kopf haben? Mal sehen.

Zuvor sei gesagt, dass wir mit 2 Wochen Ferien uns nicht mal die Mühe machen viel um Sydney herum anzuschauen. Warum? Ganz einfach. Hier ist alles so verdammt weit weg.

„Melbourne – 1007km“ – schon einmal so ne Distanzangabe gesehen. Und sehr weit ist man dann ja auch noch nicht gekommen. Flugzeug heißt die Erfindung mit der man das Problem umgehen kann. Das kostet aber viel zu viel und ist uns auch zu stressig für diese „kurze“ Zeit. Zum Vergleich: Ein Hin- und Rückflug von Neuseeland nach Australien kostet in etwa das selbe wie ein Flug von der Ost- an die Westküste von Australien. Also Australien ist einfach gigantisch!!!

Fast eine Woche sind wir schon in Sydney und ich muss sagen, wir haben schon eine ganze Menge erlebt. „Nie wieder YHA-Hostels“ haben wir uns in Neuseeland geschworen. War wohl nichts. Schwupps die Wupps ist man da wieder drin im Strudel der Gewohnheit. Zugegebenermaßen haben Vici und ich uns auch das wohl schönste Hostel weit und breit heraus gesucht (wohl auch das Einzige weit und breit). Von der Terasse kann man direkt auf das Opernhaus und die Harbour Bridge schauen, direkt in der Altstadt (auf Ruinen errichtet) und zu Fuß 5 min vom Stadtkern entfernt. „The Rocks“ heißt das Business-District indem wir wohnen. Leider findet man keine Supermärkte, dafür Caféshops alle „Nas’ lang“. Gestern habe ich auch meinen persönlichen Rekord aufgestellt im „Iphone zählen“. 7 von 10 Handys.

Die Stadt lebt. Nach 8 Monaten im kleinen Wanganui ist man erst einmal froh wieder eine Großstadt zum erkunden zu haben. Glaube selten hat man 2 Touris mit so großen Augen vor Läden stehen sehen, wie uns beide.

Allerdings macht so eine Stadt auch müde. Hetzende Geschäftsleute überall, Taxis, Busse, Hochbahnen, Hupen, viele Obdachlose, Kamerageknipse, Angebote, Werbungen....

Von Tag zu Tag wird man etwas früher müde.... nicht nur „Geh-müde“.

Da Vici und ich morgen ein Jahr zusammen sind, gönnte wir uns 2 Tickets für das Opera House. Schauen uns dort abends eine Tanzshow an. Muss allerdings sagen, dass selbst die teuersten Tickets wohl nicht ganz an die Stehplätze im Festspielhaus ran kamen.

Das Wetter lässt uns nicht im Stich. Australien und Sonnenschein; kann ich nur bestätigen. Selbst in der Großstadt gibt es wundervolle Gärten und Strände. „Chinese Garden“ oder der „Botanical Garden“ sind einfach nur umwerfend. Und die Strände. Na, da muss man nicht viel sagen. Sonne, Strand, Surfer.... alles, wie man es sich vorstellt, nur noch besser (neidisch mach).

Angetan hat es uns Chinatown. Eine völlig andere Welt und man kann innerhalb von Minuten vergessen, dass man immerhin doch noch einige 1000 km von Peking entfernt ist. Inmitten von Obst-und Gemüseständen, Märkten und herum hängenden Enten (haschn’?) versteht man meistens kein einziges Wort.

Aber auch auf den Straßen sieht man, dass man nicht vom typischen Australier sprechen kann. Kiwis, Afroamerikaner, Asiaten, Europäer, Südamerikaner... es ist alles dabei.

Die Stadt hat ihren eigenen Charme. Uns gefällt es. Und schließlich lebt Tami ja hier auch. Zumindest für dieses eine Jahr. Im Gegensatz zu uns ist sie aber schon wieder kräftig am arbeiten. „Fitness First“ – eine der größten Fitnessstudioketten auf der Welt. Für 3 Monate arbeitet sie dort und wirbt um Kunden und berät diese hinsichtlich ihres persönlichen Fitnessprogramms. „Fitness-Money-Career“ – die offiziellen Ziele, die sich die Angestellten stecken sollen. Nichts mit Spaß, Freunden oder Lebensinhalt... Es geht halt doch alles nur um’s liebe Geld.

3 Dinge hatte ich mir für Neuseeland vorgenommen. Bungy, Zorbing und Fallschirmspringen. Gezorbed sind wir schon letztes Jahr (man vergeht die Zeit), ins Nevis Valley bin ich alleine in Queenstown gesprungen mit nem Seil an den Beinen und den Skydive haben Vici und ich uns für Sydney aufgehoben.

Gestern war es dann soweit. 14 000ft, 60 sec freefall, Sydney Beach Skydive.

Natürlich ist der Spaß nicht ganz günstig. 240Au$. Einmal im Leben dachten wir uns.

Im Nachhinein entschuldigen wir uns selbstverständlich, dass wir uns nicht von euch allen verabschiedet hatten. Richtig bewusst wurde mir das dann auch erst, als ich deine Adresse angegeben habe - Mama: Notfallnummer, für Eventualitäten.

„Skydive is extremely dangerous“ stand dann auch noch so schön auf dem Formular drauf, dass man wie ein Testament unterschreiben musste. „Na der wird sich schon öffnen“. Hoffnung machte uns die Omi, die mit und gesprungen ist. Also Omas, ihr lest es. Skydive, ein Sport für die ganze Familie J.

Vermutlich hat der ein oder andere von euch schon einmal den Freefall-Tower im Freizeitpark ausprobiert. Dann kennt ihr das Gefühl, dass es immer höher und höher geht und man denkt, es muss doch gleich aufhören und die Frage: „Was mach ich hier eigentlich?“. Selbstverständlich dachten wir uns das auch. Man sitzt in einer klapprigen Maschine, es ist laut, der Pilot gibt Windrichtungen durch, draußen ein wundervoller Tag. Man sieht die noch geschlossene Plexiglastür, durch die man gleich raus springt. Vici sollte auf Platz 3 springen, ich als Vorletzter. „Wenn die Beine draußen hängen, brauchst du schon ein bisschen Muskelkraft, um die nach hinten zu drücken, wegen dem starken Wind.... alles klar?.... Ready? ....“ Naja, was soll man da schon groß antworten?

Vici: „No, I’m not“, Seb: „Don’t think about it, don’t think about it, don’t think....“

So sah ich dann die Omi rausfallen aus dem Fliiischer und dann Vici. Man hörte noch einen Schrei und schwupps war sie verschwunden. Shit, die fliegen da jetzt schon... AHHHHHHHHHH...

Rutsch, rutsch ging es langsam immer näher an die Tür heran. Schließlich saß ich an der Kante, Kopf nach hinten, Beine angewinkelt und schwupps... „Ich falle.... falle....falle...“ die 3 Sekunden vom Freefall Tower einfach Mal 30. Der Blick nach unten einfach nur atemberaubend. Häuser, so klein, Strand und Meer unglaublich schön und unser Landeplatz ein grüner Punkt weit weit weg.

Vici und ich hatten mit sehr unterschiedlichen Problemen zu kämpfen, wie sich später heraus stellte. Während sie den Mund geschlossen hatte die ganze Zeit und mit Atemnot zu kämpfen hatte (sehr schön auf dem Video zu sehen), hatte ich meinen Mund die ganze Zeit weit aufgerissen und wunderte mich, warum er immer trockener wurde.

Experiment: Man schnappe sich ein leistungsstarkes Auto, fahre auf der Autobahn illegaler Weise 220 km/h und strecke dann das Köpfchen aus dem Fenster. So, nun versuchen wir einmal zu schreien, pfeifen, atmen, blinzeln oder Grimassen zu schneiden. Viel Spaß beim Skydive leicht gemacht.“

Die Zeit verstrich doch ziemlich schnell und wusch öffnete sich der Schirm in einer Höhe von knapp 500m. Während Vici den Flug nach unten genoss, wurde mir dabei ziemlich schlecht. Schaute ganz neidisch auf die Schirme vor mir, die schon gelandet waren, während mein Magen noch im Flieger zu sitzen schien.

Glaubt mir oder nicht, es lag am Flug mit dem Schirm, nicht am Sprung – und ja es waren die TomToms nicht das Paulaner...

Da sie aber schöne Musik hinter gepackt haben, hört man auch meine Würggeräusche nicht. Über das Bild von Vici oben lachen wir uns heute noch tot. Versuchten es shcon mit allen Mitteln nach zu stellen aber nachdem der erste Fön kaputt ging und es mit Wäscheklammern auch nicht funktionierte, gaben wir es auf.

Bilanz: Definitiv eine unvergessliche Erfahrung. Für jeden, der auf der Suche nach einem besonderen Erlebnis ist: Auf, auf!!!

Als ich und schließlich auch Vici noch etwas mit der Übelkeit zu kämpfen hatten, waren unsere Instructor schon zwei weitere Male gesprungen. Bis zu 7 mal an einem Tag geht es für sie dort rauf und selbstredend wieder runter. Mehr als 1000 Sprünge müssen sie vorweisen, bevor sie überhaupt „Tandem Master“ werden können. Das erklärt auch, warum die meisten so gelassen, wie bei einem Sprung vom Einer im Schwimmbad wirken. Viele suchen deshalb wohl auch in ihrer Freizeit den Kick beim Basejump. Good luck!!!


P.S.: Bis Freitag 16. April bitte nur im Notfall anrufen. Unser neuseeländischer Tarif ist hier in Australien sehr teuer.

2 Kommentare:

  1. oha :)
    bei diesem bildern freu ich mich direkt auf den bericht!
    viele grüße an euch todesmutigen^^ und weiterhin viel spass im aussie land,
    franzi =)

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  2. BIBI hat gesagt !!!!!!!!!!!!!!!
    Vici dein Gesicht ist aus Knete bei dem Bild
    Hab ich selber und alleine geschrieben!!!!!!!!!
    Seb und deine Zunge SIEHT schrecklich aus!!!!!!!!
    ich sehe euch ja bald!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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