





Sicher sind wir nach 3 Stunden Flug auch wieder in Wellington gelandet. Es war mittlerweile halb 12 in Neuseeland. Wir wussten, dass schon alle Hostels geschlossen hatten. Unser Bus ging am folgenden Tag um 8 Uhr morgens. Demnach stellten wir uns auf eine Nacht am Flughafen ein. Immerhin kostenlos Internet und Toilette.
Aber denkste.
Man könnte zwar annehmen, dass man am Flughafen in der Hauptstadt Neuseelands ist, doch dies scheint die Kiwis nicht daran zu hindern diesen Airport von 0-4 Uhr einfach mal zu schließen.
Während die letzten Fluggäste noch das Terminal verliesen, fragten Vici und ich uns, was wir denn jetzt genau machen sollten? Schließlich hatten wir noch über 8 Stunden bevor unser Bus kam. Motels und Hotels- viel zu teuer. Momente, in denen man sich ein Zelt und 2 Schlafsäcke wünscht.
Die Nacht durchfeiern? Auch keine schlechte Idee. Doch mit 40 kg Gepäck in eine Disco marschieren, kommt vielleicht auch etwas komisch. Zuerst mal in die Stadt.
Kennt ihr das? Ihr kommt aus dem Bahnhof, dem Flughafen oder einem anderen größeren öffentlichem Gebäude heraus und dort erwarten euch schon 200 Taxifahrer, die selbstverständlich nur auf euch gewartet haben und eure Fahrt ganz besonders günstig anbieten. Sicherlich bin ich noch nicht so häufig in meinem Leben Taxi gefahren. Doch wenn euch von links schon Ramschit der Inder angrinst, dann entscheide ich mich doch spontan für den arabisch aussehenden Mohammed zur Rechten.
Mohammed, so stellte sich später raus war Iraki und hatte auch das nette Kenntzeichen „IRAQI“ für sein Taxi passend besorgt. Er erzählte uns auf der Fahrt in die Stadt allerhand Geschichten von verrückten Fahrgästen und teuren Fahrten. Rekordsumme war wohl eine 500$ Fahrt nach Wanganui von Wellington aus. Und ich frage mich immer, wie sie ihr Geld verdienen.
So setzte er uns nach einer sehr lustigen Fahrt am Te Papa Museum in der Stadt ab. Doch was nun? Schließlich hatten wir nicht so wirklich ein Ziel.
Immerhin war es nicht so kalt, nur sehr windig.
So zogen wir bestimmt eine Stunde durch die Straßen, am Ufer entlang und besuchten einen McDonalds. Manchmal ist man auch ganz froh, wenn das goldene „M“ noch leuchtet. Und 24/7 kann auch was schönes sein. Nachdem wir uns zwischen partylustigen und Taxifahrern aber doch nicht die ganze Nacht aufhalten wollten, zogen wir weiter.
Nennt uns Luxusgammler oder Kurzzeitobdachlose doch wir machten es uns irgendwann auf einer Brücke bequem. Ja, auf ihr und nicht unten drunter.
Wellington kann schon verdammt ruhig sein nachts. Wir auf der Brücke unter unseren Handtüchern, umringt von unserem Gepäck, versuchten zu schlafen, was sogar für eine halbe Stunde funktionierte.
Doch schließlich wurde es einfach zu kalt und es fing auch noch an zu regnen. Also hieß es wieder: Weiterziehen.
3.30 Uhr: Müllmänner sind unterwegs, Putzfrauen machen sich an die Arbeit, nichts hat auf, die Stadt wirkt traurig und verlassen.
Bis um 5 lagen wir noch auf einer Bank unter einem Regenschutz, suchten öffentliche Toiletten auf und versuchten Banken mit Geldautomaten drinnen zu finden. Erfolglos.
Glücklicherweise – danke güldenes M – fanden wir einen noch größeren McDonalds bei dem wir einfach 2 Stunden herumsaßen, Kaffee tranken, den Putzfrauen zuschauten, Karten spielten, uns aufwärmten und überrascht viele Leute einfach nur rumgammeln sahen.
Mittlerweile war es draußen richtig kalt und stürmte. Was für ein Glück hatten wir doch gehabt.
Nachdem ich schon immer Respekt für Obdachlose hatte und oftmals an sie dachte, während es draußen schweinekalt war und ich mich drinnen wärmte, zeigte uns diese Nacht wohl beiden, wie gut es uns doch geht. Selbst wenn es bei den „Strohhaus-änhlichen-Hütten“ hier schon sehr kalt wird, hat man immer noch ein Dach über dem Kopf.
Ich kann euch sagen: Viele Dinge nehmen wir viel zu Selbstverständlich hin. Und da schließe ich mich gar nicht aus.
Als wir pitschenass dann endlich den Bus erreichten, waren wir wie gelähmt. Nass, müde, hungrig, es war kalt....
Eine Erfahrung, die man wohl definitiv nie vergessen wird.
Eine Woche sind wir schon wieder in Wanganui. So schnell vergeht die Zeit. Und doch wieder nicht. Einerseits werdet ihr sagen, ist doch das meiste schon rum. Die paar Wochen jetzt noch.
Doch irgendwie sind wir ein wenig „Neuseeland-müde“. Leben hier? Niemals. Das würde ich glaube ich eingehen nach einer Weile. Ein Jahr Wanganui und man kennt wirklich jede Ecke. Es ist halt doch einfach eine Insel.
Morgen Abend kommt Semhar nach Wanganui und bleibt für 6 Wochen in Neuseeland. Wie lange bei uns? Keiner weiß es so genau.
Vici hält tapfer durch und hatte letzte Woche mit 43 Stunden wohl ihren persönlichen Rekord.
Von der gestrigen „boobs parade“ allerdings etwas überschattert.
Der normale Wahnsinn.
Wäre es nicht Nacht gewesen, hättet ihr sicher einen Regenbogen gesehen an dessen Ende ein goldenes M wartet :-P
AntwortenLöschen(Fühl euch hiermit eingeladen zu BurgerKing :D)
Hallo Ihr zwei,
AntwortenLöschender Blog ist ja auch nicht ganz aktuell. Wie sollen wir uns dann auf NZ einstimmen??
Liebe grüße
Christian