



Aufbruch in Vorfreude, Veränderung ins Gewohnte, im Gewohnten – das Fremde ist einem gar nicht mehr so fremd. Und bekanntlich will der Mensch ja immer, was er nicht haben kann.
Kein zurück gibt es mehr. So ungefähr erscheint es einem, wenn man seinen Abschied von Wanganui plant. Keiner von uns beiden wird in den nächsten Jahren vermutlich noch einmal hier her kommen. Und schließlich haben wir doch einige Menschen lieb gewonnen.
Das Gefühlt ist schwierig zu beschreiben. Manchmal kommt es mir vor wie eine andere Welt. Ich schreibe, telefoniere oder denke an Euch. Doch es scheint so weit weg zu sein. Die Insel auf der man lebt, hat man gelegentlich auch in Gedanken. Wie eine zweite Welt erscheint es mir.
An so vieles kann ich mich noch aus dem letzten Jahr erinnern und es erscheint mir, als sei es schon vor Jahren gewesen. Abi am MLG, die Seminare für Neuseeland, der Abschied, der Abflug von Frankfurt...
Die Menschen mit denen Vici und ich jeden Tag zu tun haben, sind keine Fremden mehr. Einige sind Freunde geworden.
Ein bisschen kann man es manchmal mit Achterbahn fahren vergleichen oder einem Traum, bei dem man nicht weiß ob er real oder fiktiv ist.
Die Zeit verging nicht schnell. Dieses Jahr war ein langes. Und wenn ich mir vor Augen führe, wie viel in 10 Monaten passiert ist, wie viel sich verändert hat – nicht nur hier – sondern auch bei Euch, dann ist es oft erschreckend. Erschreckend schön aber auch einfach nur erschreckend.
Wenig lässt dich so erwachsen werden, wie reisen. Es ist eine schöne Art Erfahrungen zu sammeln, eine sehr wahre, eine lebensnahe und kompakte Art und Weise.
Ich habe einiges über mich selbst gelernt und viel über andere. Ganz plötzlich nimmt man vor allem seine Herkunft ganz anders wahr. Noch nie habe ich so viel über Deutschland, Europa oder Baden-Baden gesprochen und nachgedacht.
Versucht mal das Deutsche Steuersystem zu erklären, die Probleme der europäischen Union oder warum wir Toast nicht für richtiges Brot halten?
Eine der ersten Dinge, die ich nach zu holen habe, sind Bilder von Baden-Baden zu machen. So vielen wollte ich schon das MLG, den Leo oder die Eckbergstraße zeigen.
Ein abschließendes Urteil wird noch folgen. Über einiges vermag ich nicht zu urteilen.
Ganz langsam kommt wieder der Drang etwas Neues zu beginnen. Etwas Neues zu beginnen, etwas Größeres bewegen zu dürfen, Neues zu entdecken, zu Altem zurück zu kehren.
Am Mittwoch fliegt Vici zurück nach Deutschland. Schon morgen ziehen wir aus dem Haus aus mit Kupe. Für die kommende Zeit wohnen die beiden im Hostel mit uns. Kupe wird Linos und meinen Job übernehmen, sobald wir weg sind. Was danach, wer weiß es.
Mein Auto steht zum Verkauf. Nett sind vor allem die SmS die einen den Tag über so erreichen von potenziellen Käufern. „Hey, wondered if 1450 wld be k for y car, 2“.... öhhh... erst wenn du dir vorher ne richtige Tastatur gekauft hast.
In der Schule ist der normale Wahnsinn. Der gute Wille zählt. Und schließlich verändert man ja auch im Kleinen etwas. So z.B. bei lieben Shangtai, der wohl bis letzte Woche glaubte, es gäbe den 32. Mai.
Vici hatte ihren letzten Arbeitstag und kurz darauf auch heraus gefunden, dass sie ihre 1100 $ Steuern wohl nicht mehr wieder sehen wird. Waren sie länger als 180 Tage in Neuseeland. Ja. ----
Während die meisten von Euch vermutlich schon ihre Sonnencrème gesucht haben und zur Grillsaison bereit stehen, werden hier die Apothekenbesuche häufiger und die Teebeutelsaison ausgerufen.
2x morgens, mittags, abends und nachts. Jede der Tabletten enthält 500mg Paracetamol. Sollten sie nach 3 Tagen keine Besserung verspüren, suchen sie bitte einen Doktor auf. Nah, wer nach 4g Paracetamol am Tag überhaupt noch was spürt, sollte wirklich den Doktor aufsuchen.
Neuseeländisches Verständnis von Homöopathie.
Gestern hatten wir einen tolles Abendessen mit dem lieben Pete. Ein Mathelehrer aus der Schule und mittlerweile ein guter Freund von uns. Einen Menschen, den wir wirklich vermissen werden.
2 ½ Tage noch für Vici. 37 Tage für mich.
Ihr führt ein Parallelleben, genau wie in Serie Lost. Ihr wollt weg von der Insel, aber Freunde und alles wertvolles und inzwischen gewöhntes lässt euch nicht los. Sobald ihr bei uns seid, denkt ihr an das, was ihr an der Insel gelassen habt. Schicksal des Lebens.
AntwortenLöschenCountdown läuft.
hallo ihr lieben,
AntwortenLöschenja, so vergeht die zeit, mit all ihrem wandel und spuren, die sie hinterlässt.
abschied und neuanfang liegen immer nah beieinander. aber das, was ihr erlebt habt, geht nicht verloren, sondern wird sich wie ein unsichtbares band zwischen euch und die leute, die ihr wirklich kennen gelernt habt, legen.
Hilde Domin sagt:
Man muss fortgehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft und wir ständen fest..
viele grüße und gute reise, vici! :-)
So und bevor der gute Weg ist noch ein mal das Wichtigste in Kürze:
AntwortenLöschenhttp://www.youtube.com/watch?v=45w_5l5e-lI
Und, Seb sei froh dass er weg ist.. denn was ist der kürzeste Mantawitz?
Richtig, ein Manta vor der Uni.
Gute Reise Vici.. verflieg dich nicht^^